161 Absolventinnen und Absolventen haben am Donnerstagabend an der Carl-von-Linde-Realschule nach den Worten von Realschuldirektorin Monika Hild sprichwörtlich das Segel gesetzt, um den behüteten "Hafen" der Realschule zu verlassen. Und zu dieser "Hafenausfahrt" waren auch die Eltern und Angehörige in die Sporthalle gekommen und freuten sich mit ihren Sprösslingen, dass es nun zu neuen Ufern aufgeht. Nicht weniger als 20 Schülerinnen und Schüler hatten eine Eins vor dem Komma und mit Anne Zapf aus Mainleus schaffte eine Absolventin sogar einen Notendurchschnitt von 1,0. Musikalisch umrahmt wurde die Feierstunde vom Chor unter der Leitung von Michaela Axtner, einem Gesangssoli von Leonie Döring, dem Gitarrensolo von Vinzenz Ständner und Sängerinnen Mia Buß, Veronika Ruf und Amy Tittel.
Realschuldirektorin Monika Hild richtete gleich zu Beginn ihrer Ansprache einen Appell an die Zehntklässler: "Nehmt euer Glück in die Hand. Es wartet nicht auf euch. Es will von euch erobert werden. Das trifft auf jeden Lebensbereich zu und lässt sich in vielen Dimensionen realisieren - somit ein Motto, dem sich nachzujagen lohnt. Eine Botschaft, die ich sehr gerne ausspreche, weil Aufbruchstimmungen sich für euch, liebe Absolventinnen und Absolventen, sicherlich noch häufiger im Leben ergeben werden." Was die "Hafenausfahrt" des Abschlussjahrgangs 2018, dem 62. in der Geschichte der Schule angeht, freute sich die Schulleiterin auf die erfreulich hohe Bestehensquote von 96,3 Prozent. Zudem die stattliche Zahl von 20 Schülerinnen und Schülern, die sich über die Eins vor dem Komma freuen können.
Leider etwas länger im CvL-"Hafenbecken" verweilen dieses Mal auch sechs Jugendliche, die für ein weiteres Jahr hier den Anker werfen müssen. Schulleiterin Monika Hild: "Für sie mag der Satz des französischen Philosophen Michel de Montaigne gelten: Kein Wind ist demjenigen günstig, der nicht weiß, wohin er segeln will. Wir sind jedoch zuversichtlich, dass die Bedenkzeit bis 2019 das erneute Segelsetzen erleichtert."


Dank an Kollegen

Einen besonderen Dank richtete Hild an alle Kolleginnen und Kollegen, denen die nachhaltige Formung von Heranwachsenden im Zuge ihrer charakterlichen Entwicklung ein explizites und spürbares Anliegen war: "Und zwar über eine klare Werteorientierung und eine stärkenbasierte Pädagogik, zu der wir als Kollegium dieser Schule auch unter den erschwerten Bedingungen einer sich verändernden Schülerschaft stehen wollen. Als Lehrkräfte sahen wir uns einem Jahrgang gegenüber, der ein besonders hohes Maß an individueller Betreuung und Förderung des einzelnen Schülers oder der einzelnen Schülerin benötigte, um dann doch wieder in die bewährten Fahrwasser einer Abschlussprüfung in euren Kern- und Profilfächern zu kommen."


Jugendliche im Mittelpunkt

Die pädagogische Prämisse war darauf abgezielt, den Jugendlichen in den Mittelpunkt des unterrichtlichen Geschehens zu stellen, ihn aktiv werden zu lassen. Realschuldirektorin Monika Hild: "Der Blick auf den einzelnen Jugendlichen und dessen werteorientierte Erziehung kennzeichnete auch das Berufsethos von drei Damen, die derzeit verdientermaßen das Boot in ruhigere Fahrwasser steuern wollen." Dies waren Fachoberlehrerin Anita Hetz, Fachoberlehrerin Irene Schneider und Studienrätin Helga Peukert. Die Schulleiterin kam zum Ergebnis, dass ein Pessimist über den Wind klagen würde, der Optimist hofft, dass er dreht, der Realist richtet das Segel aus: "Der bayerischen Realschule - der Name ist Programm - ist seit jeher die unbedingte Besinnung auf das Machbare, das Realisierbare eigen, weshalb das Segelsetzen für zukünftig Neues für uns eine beständige Verpflichtung darstellt. Mit dem Bestreben, Theorie und Praxis sowie Allgemeinbildung und berufliche Orientierung in eine ausgewogene Balance zu bringen, kommt unsere Schulart dieser Zielsetzung und auch den Anforderungen der digitalen Lebenswelt von Jugendlichen explizit entgegen." In diesem Zusammenhang bat Hild Landrat Klaus Peter Söllner als Vertreter des Schulaufwands darum, den Geist des "guten Unterrichts im digitalen Zeitalter" zu verwirklichen. So lautet nämlich das zukunftsträchtige Motto des Oberfränkischen Schulentwicklungstages im November 2018, der an der Carl-von-Linde-Realschule stattfinden wird. "Unterstützen Sie uns bitte im Rahmen der soeben freigegebenen Fördermittel bei dieser herausfordernden Aufgabe tatkräftig. Da es sich hierbei um einen Prozess handelt, der über Aspekte der technischen Ausstattung oder der methodischen Neuorientierung hinaus zu einer umfassenden Medienmündigkeit als vierter Kulturtechnik führen muss, hat unsere Schule tatkräftig an der Vollendung eines schulscharf formulierten Medienkonzepts gearbeitet, das die Segel setzt in Richtung des "digitalen Zeitalters"." Junge Menschen auch über eine hohe Medienkompetenz in das digitale Zeitalter hinein zu begleiten, in diese Richtung weht der Wind der Realschule im 21. Jahrhundert.

Abschließend rief Realschuldirektorin Monika Hild den Absolventinnen und Absolventen zu: "Ihr segelt ab heute in verschiedene Richtungen über den Ozean des Lebens. Lasst Vernunft dabei stets die Karte sein, aber Leidenschaft, Einsatzfreude und Engagement seien der Wind, der euch beständig antreibt. Dann werdet ihr spüren, zu welcher Fahrt ihr fähig seid. Das wünsche ich euch und verabschiede mich von euch mit einem alten Seefahrergruß: "Immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel" - das wünsche ich euch mit Gottes Segen! Und noch eines: Jedes Boot hat auch einen Heimathafen. Für euch heißt er CvL - lauft ihn immer wieder einmal an, wir freuen uns."

Landrat Klaus Peter Söllner bezeichnete die Realschule als eine der stabilsten Stützen der Schullandschaft in Bayern: "Das meine ich im vollen Ernst und die Realschule in unserer Region Ungeheuriges zu leisten im Stande ist und dass wir im Handwerk und in der Industrie viele tüchtige Absolventinnen und Absolventen unserer Realschule haben. Es sind hervorragende Kräfte und der Abschluss einer Realschule befähigt zu unglaublich vielen Möglichkeiten."

Klassenbeste/Schulbeste
Anne Zapf, Mainleus, 1,0. Lena Tröglen, Kulmbach, 1,25. Lisa Schütz, Mainleus, 1,27. Tobias Bär, Kulmbach, 1,36. Jennifer Zeulner, Kupferberg, 1,36. Annalena Küfner, Trebgast, 1,45. Verena Foit, Mainleus, 1,55. Lina Eber, Kulmbach, 1,64. Lena Hofmann, Neudrossenfeld, 1,64. Alina Feulner, Rugendorf, 1,73. Lukas Kunze, Kulmbach, 1,73. Lisa-Marie Pöhner, Ködnitz, 1,73. Larissa Lorenz, Presseck, 1,75. Emilie Bode, Himmelkron, 1,82. Nina Nestmann, Mainleus, 1,82. Katharina Schmidt, Neudrossenfeld, 1,82. Mia Buß, Mainleus, 1,83. Alexander Pöhnl, Kulmbach, 1,91. Inka Schaefer, Mainleus, 1,91. Maria Schneider, Kulmbach, 1,91.

Die Linde-Preisträger, die in den Fächern Mathematik, Physik und Chemie die Note 1 oder 2 hatten: Alexander Pöhnl, Kulmbach. Nina Nestmann, Mainleus. Jennifer Zeulner, Kupferberg. Tobias Bär, Kulmbach. Lisa Schütz, Mainleus. Anne Zapf, Mainleus. Lina Eber, Kulmbach. Maria Schneider, Kulmbach. Annalena Küfner, Trebgast. Lukas Kunze, Kulmbach. Lena Tröglen, Kulmbach.