Zähneputzen funktioniert auch, ohne dass das Wasser in diesen drei Minuten in den Abguss fließt. Auch die neuen Waschmaschinen verbrauchen längst nicht mehr so viel Wasser wie alte Modelle. Es gibt den Stopp-Knopf an den Spülkästen der Toiletten oder Duschköpfe, die weniger Wasser durchfließen lassen.

Sparen ist ökologisch sinnvoll, findet auch der Werkleiter der Kulmbacher Stadtwerke, Stephan Pröschold. Der verminderte Verbrauch hat jedoch einen Haken. Auf Dauer steigen die Preise für Abwasser und Wasser an.
Deshalb erhöhen die Stadtwerke Kulmbach ab 1. Januar 2013 die Gebühren. Wasser kostet künftig 14 Cent, Abwasser 13 Cent mehr je Kubikmeter. Dadurch werden durchschnittlich pro Person ein Euro mehr im Monat fällig.


Im Vergleich ist es günstiger

Mit der Erhöhung liegen die Stadtwerke im Vergleich zu anderen oberfränkischen Städten trotzdem noch im unteren Preis-Bereich. In Thurnau kostete dieses Jahr ein Kubikmeter Wasser 2,48 Euro, in Bayreuth 2,24 Euro und in Bamberg 1,87 Euro. Die Stadtwerke Kulmbach dagegen verlangen im kommenden Jahr 1,69 Euro pro Kubikmeter für Wasser.

Die Stadtwerke unterliegen dem Kommunalabgabengesetz. Die Ver- und Entsorgung von Wasser muss kostendeckend kalkuliert werden. Das bedeutet, dass die Stadtwerke weder Verlust noch Gewinn mit den Einnahmen machen dürfen. Sie müssen genau die Summe von den Verbrauchern verlangen, die durch die Ver- und Entsorgung des Wassers entsteht wird. Um diesen Wert festzustellen, vergleicht man beispielsweise den Wasserverbrauch aus dem laufenden Jahr. "Die Preise werden nur so weitergegeben, wie sie sind", erklärt Pröschold.


Investitionen und Betriebskosten

Die Verbraucher zahlen nicht allein den Rohstoff Wasser, sondern auch das, was für die Versorgung und Entsorgung nötig ist. Rohre, Kanäle, Pumpen und Kläranlagen müssen in Stand gesetzt werden. Die Stadtwerke investieren jährlich sieben Millionen Euro, um die Technik anzupassen. Man könnte die Arbeiten auch erst einmal aussetzen, doch sie seien allenfalls aufgeschoben, weiß Pröschold. Gewonnen sei dadurch nichts.

Bei der Ver- und Entsorgung des Wassers fallen Energiekosten an. Das Wasser muss in die Häuser gepumpt werden. Die steigenden Betriebskosten und Lohnkosten der 30 technischen Mitarbeiter müssen auf die Verbraucher umgelegt werden. Dadurch steigen die Wasser- und Abwasserkosten.

Die Summe dieser Kosten wird durch die Menge des abgegebenen Wassers geteilt. Dadurch berechnet sich der Preis für Wasser und Abwasser. Auch weil die Wassermengen sinken: Die Kosten haben sich erhöht - und damit steigt auch der Preis.

Gespart werden sollte jedoch trotzdem, der Umwelt zuliebe.