Die Bräuwerck AG kommt aus den Miesen nicht heraus. Trotz allen Einsatzes des neuen Geschäftsführers Michael Kaim musste dieser den Aktionären bei der Jahresversammlung für das Geschäftsjahr 2017 erneut ein Minus verkünden: Der Jahresfehlbetrag summierte sich auf 65 546 Euro und liegt damit mehr als 40 000 Euro über dem Verlust von 2016. Der Umsatz blieb mit 606 000 Euro im Vergleich zum Vorjahr in etwa konstant.

Aber Kaim wagte dennoch einen optimistischen Blick in die Zukunft. Es gebe Ansätze, dass insbesonders der Ertrag besser wird, obwohl der Spagat zwischen den Personalkosten - die immerhin 58 Prozent des Umsatzes betragen-, und einem guten Service schwierig ist. "Wir wollen künftig unser Bier besser vermarkten, auf breitere Absatzbeine stellen, und in der Wirtschaft eine bessere Auslastung in den umsatzschwachen Monaten Januar bis März erzielen". Ihm schweben da verschiedene neue und interessante Veranstaltungen vor, in erster Linie mit Musik, die einen Fanclub mitbringt".


419 Hektoliter verkauft

Das gezeichnete Eigenkapital in Höhe von 850 000 Euro habe sich im Laufe der Zeit zwar aktuell auf 490 000 Euro verringert, sagte der Geschäftsführer, "wir bleiben aber liquide". Der Kassenbestand beläuft sich auf 91 895 Euro, Forderungen stehen mit 34 030 Euro zu Buche. "Unser Bier hat über die Region hinaus einen guten Ruf", wollte Kaim noch verdeutlichen, die verkaufte Menge mit 419 Hektolitern im Jahr 2017 sei aus seiner Sicht aber nicht zufriedenstellend. "Denn wir haben eine Kapazität für 1200 Hektoliter, somit nur eine Auslastung von etwas mehr als einem Drittel".

Den Gerstensaft kann man als Six-Pack in Flaschen, als Fünf-Liter-Dose oder in Fässla-Form mitnehmen. Das Bräuwerck hat derzeit acht feste Mitarbeiter, 19 sind geringfügig beschäftigt.

Aufsichtsratsvorsitzender Harald Hübner gab als oberstes Ziel aus, das Kapital zu erhalten und den Umsatz zu steigern. "Die Liquidität darf nicht geschwächt werden", betonte der Neudrossenfelder Bürgermeister. Die Aktionäre erteilten den Verantwortlichen nach dem Zahlenspiel mit 94,6 Prozent der abgegebenen Stimmen die Entlastung.


Huber neu im Aufsichtsrat

Völlig neu zu wählen waren sechs Aufsichtsräte nach Ablauf ihrer regulären Amtszeit. Das Prozedere mündete in einen kleinen Krimi, denn die vorgeschlagenen Kandidaten Dieter Bauernfeind, Tanja Hermsdörfer, Johannes Macht, Sabine Schertel, Manuela Stöcker und Harald Hübner, konnten nicht in einem Wahlgang gewählt werden. Weil sich der Diplom-Psychologe Barholomäus Huber aus Bischofsgrün als einziger Nicht-Neudrossenfelder überraschend ins Spiel brachte und ebenfalls kandidierte. Er will, so sein Credo, helfen, einen Umschwung herbei zu führen. Huber bekam über 50 Prozent Zustimmung für die Kandidatur und wurde anschließend sofort mit der erforderlichen Mehrheit als Aufsichtsrat gewählt. Bei der Einzelwahl der ursprünglichen Bewerber schied Dieter Bauernfeind mit der niedrigsten Stimmenzahl aus.

Neben Huber sitzen somit Harald Hübner, Tanja Hertmsdörfer, Johannnes Macht, Sabine Schertel und Manuela Stöcker im Aufsichtsrat.