Er ist kein Anlagenbauer, gehört auch nicht der Geschäftsführung an, hat die Aufwärtsentwicklung des Kasen dorfer "Jobwunders" Alpha-InnoTec aber dennoch aus nächster Nähe begleitet. "Ich war von Anfang an dabei", sagt Karl-Heinz Müller, Architekt aus Kulmbach, der die bauliche Entwicklung des Wärmepumpenherstellers seit der Geschäftsgründung begleitet. Dass die Firma, die 1999 von Heinz Weggel und Artur Rodecker mit zwölf Mitarbeitern gegründet worden war und 13 Jahre später 500 Beschäftigte zählt, so enorm gewachsen ist, hat Müller überrascht. "Auch wenn mir von Anfang an bewusst war, dass das Wärmepumpen-Geschäft eine Wachstumsbranche ist."

Die Bauphasen

Der rasante Anstieg der Mitarbeiter ging mit einer kontinuierlichen baulichen Erweiterung einher, für deren Planung und Umsetzung der Architekt verantwortlich ist. 13,5 Millionen Euro wurden bis 2009 in eine neue Produktions- und Logistikhalle, in ein Verwaltungsgebäude und ein Kundencenter investiert. Das waren die Phasen 1 und 2, wie Müller die Bauabschnitte bezeichnet.

"Müssen Kapazitäten erweitern"

Dass der 64-Jährige heute noch mehrmals pro Woche zwischen seinem Büro in Burghaig und Kasendorf hin und her pendelt, hat seinen Grund. Die Firma wächst weiter. 2012 ist Phase 3 im Laufen, und Phase 4 ist in Planung. Beide Projekte haben zusammen ein Investitionsvolumen von 6,6 Millionen Euro. Phase 3, das ist der Bau einer neuen, 4000 Quadratmeter großen Produktions- und Logistikhalle, die nach der Übernahme des Kälteanlagenherstellers KKT-Kraus GmbH erforderlich geworden ist. "Weil wir die Kapazitäten erweitern müssen", wie Geschäftsführer Clemens Dereschkewitz erläutert.

Bauphase 4 im Frühjahr

Die vierte Bauphase soll im Frühjahr starten. Dereschkewitz: "Der Bau des Technikums, durch das wir unsere Laborräume erweitern." Auf 1600 Quadratmetern, die auf zwei Ebenen verteilt werden, werden Schallmessräume ("Um die Geräuschentwicklung zu beleuchten"), Klimakammern ("In diesen können wir Wärmepumpen unter verschiedenen Klimabedingungen testen") und Prüfstände errichtet. "Wir rüsten uns für den Wettbewerb", sagt Dereschkewitz, der davon überzeugt ist, dass etwa die Geräusch-Emission, die von den Wärmepumpen ausgeht, ein mehr und mehr entscheidendes Verkaufskriterium werden wird.
Der Bau des Technikums mit all seinen technischen Besonderheiten ist für Alpha-InnoTec und für den Architekten eine Herausforderung. "Das Technikum soll energieautark werden. Die in den Prüfständen erzeugte Energie wird im Technikum, aber auch in anderen Firmenräumen für die Heizung und Kühlung genutzt", erläutert Karl-Heinz Müller, der mit zwei großen Erweiterungsmaßnahmen beschäftigt ist, auf eine dritte, die Phase 5, hoffen kann.

Weitere Neubaupläne

Denn Alpha-InnoTec will weiter wachsen, hat weitere Neubaupläne im Visier. Das Geschäft läuft, sagt Dereschkewitz, nach dessen Worten die Branche 2012 bundesweit ein Wachstum von fünf bis zehn Prozent verzeichnet. Ein Wachstum, das höher sein könnte, "wenn es keine Engpässe in der Installationsbranche gäbe", von der der Wärmepumpen-Verkauf abhängig sei.
Die Zeichen in Kasendorf stehen auf Expansion. Schulungszentrum, Verwaltungsgebäude und Technikum könnten bei Bedarf um eine Etage aufgestockt werden, sogar den Bau einer dritten Produktions- und Lagerhalle hat man im Visier. "Über Phase 5 denken wir Ende 2014 nach", sagt Clemens Dereschkewitz.