Das Wetter der vergangenen Tage will so gar nicht recht zum Frühlingsanfang passen, der am Mittwoch im Kalender steht. Und auch der Frühjahrsputz scheint noch in weiter Ferne. Nicht so im Caritas-Seniorenheim in Stadtsteinach, wo schon seit Tagen fleißig gewerkelt wird.

Hauswirtschaftsmeisterin Petra Müller aus Schimmendorf organisiert die Arbeiten, die sich über mehrere Wochen hinziehen und an denen 26 Mitarbeiter abwechselnd beteiligt sind. Immerhin werden alle der gut 40 Zimmer für die 78 Bewohner von Kopf bis Fuß auf Vordermann gebracht.


Standards und Vorschriften
Vorhänge waschen, Fenster putzen, alle Möbel abwischen, die Fußböden grundreinigen und mit Politur einlassen. "Denn die müssen ja beständig gegen Desinfektionsmittel und wischbar bleiben", erklärt die 44-jährige Leiterin der Hauswirtschaft. Selbst die einzelnen Rippen der Heizkörper werden mit speziellen Bürsten gesäubert. "Aber das geht erst, wenn sie abgeschaltet und kalt sind", so Petra Müller.

Obwohl die Schimmendorferin viele Tricks aus Omas Haushaltskiste auf Lager hat, muss der Frühjahrsputz im Seniorenheim "ohne" über die Bühne gehen. "Auch bei uns gibt es festgelegte Standards, Ablaufpläne und Hygienevorschriften. Da kann man nicht einfach Hausmittelchen einsetzen."


Die Zeit der Erinnerungen
Wenngleich der Frühjahrsputz im Pflege- und Wohnheim jede Menge Arbeit bedeutet, freuen sich auch einige Mitarbeiter darauf. "Denn das ist für unsere Bewohner ein Ereignis, weil sich damit der Frühling ankündigt", erzählt Petra Müller. Die Bewohnerinnen berichten dann, wie sie früher selbst die Arbeiten erledigt haben und "fühlen sich in die eigene Jugend zurückversetzt". Der frische Duft in den Zimmern und der Geruch der Möbelpolitur machen die alten Menschen wieder aktiver, berichtet die Hauswirtschaftsleiterin.

Dass in diesem Jahr der neuerliche Schneefall die Mammutaufgabe Fensterputzen noch verhindert hat, bringt Petra Müller nicht aus der Ruhe. Bis Ostern - und dann soll alles glänzen - ist noch genug Zeit...