Ob auf der Rathaustreppe, im Grünzug oder auf der Plassenburg - die Buschklopfer haben schon an vielen Orten in Kulmbach ihre Stücke gezeigt. Und nun präsentieren sie ab dem 12. Juni ihre aktuelle Produktion "Die beglückte Schäferin Bellinde" in der Waaggasse. Etwas versteckt, aber doch mitten in der Stadt spielen die begeisterten Amateure auf dem Platz zwischen Martin-Luther-Haus und Stadtmauer.

"Warum in die Ferne schweifen...", sagt die erst kürzlich für weitere drei Jahre im Amt bestätigte Vorsitzende der Buschklopfer, Carolin Wagner. "Natürlich wird im Sommer viel draußen gespielt. Aber man muss nicht extra nach Sanspareil, Trebgast oder nach Bayreuth in die Eremitage fahren. Wer zu uns kommt, kann eben noch ein Eis in der San Remo genießen und muss dann nur ein paar Meter weiter."


Schäferspiel aus dem Jahr 1718

Das Stück hat der in Bayreuth lebende Autor und Regisseur Uwe Hoppe eigens für den Kulmbacher Theaterverein geschrieben. Zwar gab es eine Vorlage aus dem Jahr 1718. Doch außer einem Programmheft und ein paar Gedichten war nichts mehr erhalten. Und so verfasste Hoppe kurzerhand ein ganz neues Stück. Ein klassisches Schäferspiel im Stil des 18. Jahrhunderts.

Es geht - natürlich - um die Liebe. Zwei Schwestern, Amaranthe und Bellinde, wollen nun endlich unter die Haube. Doch bevor am Ende jedes Töpflein sein Deckelchen findet, muss noch viel gelitten, gekreischt, gezankt und geschmachtet werden. Und das machen die Akteure mit vollem Elan und großer Spielfreude. So wie Anja Kraus, die zum ersten Mal mit den Buschklopfern auf der Bühne steht. "Es ist erst meine zweite Rolle und mein Debüt in Kulmbach. Natürlich bin ich sehr aufgeregt", sagt die junge Oberpfälzerin, die in Bayreuth beim Klavierbauer Steingraeber arbeitet. Sie spielt Licidas, den Auserwählten von Amaranthe. Und auch Marietta Weller gibt als Celion, der Bellinde verehrt, einen Mann. So war das eben mitunter im Rokoko, wenn sich der höfische Adel zur Unterhaltung in die vermeintliche Idylle des einfachen Volkes träumte.


Hoppe und Mädl als Intermezzo

Und so machen es auch die Buschklopfer. "Es ist eine ziemliche Herausforderung, als Frau glaubhaft einen Mann zu spielen", so Weller. "Und umgekehrt", lacht Regisseur Uwe Hoppe, der gemeinsam mit Georg Mädl in den Intermezzi zwischen den Akten auftritt. Über die will er allerdings noch nicht allzu viel verraten. Die Kostüme - obwohl extra für das Stück genäht - wurden bewusst einfach gehalten. Sowohl von den Mustern und Farben als auch von den Schnitten. "Die beglückte Schäferin Bellinde" wirkt hauptsächlich durch die Sprachgewalt des Textes und die Verve der Akteure. Die Vorstellungen finden bei jedem Wetter statt, bei Regen kann in den Saal über dem Café Clatsch ausgewichen werden.


Die weiteren Termine

Himmelkron Lindenallee am 13. Juni, 19 Uhr

Kulmbach Waaggasse am 12., 20., 26., und 27. Juni um 20 Uhr sowie am 28. Juni um 19 Uhr

Tickets Karten gibt es für alle Vorstellungen über www.okticket.de und an vielen Vorverkaufsstellen in Kulmbach, wie zum Beispiel Schreibwaren Hofmann, Tourist Info (Telefon: 09221/95880) und in der Geschäftsstelle der Bayerischen Rundschau.