In den Wintermonaten passiert jetzt nichts mehr", betonte der Leiter des Staatsbetriebes Nordhalben, Fritz Maier, beim Ortstermin am Dienstag. Das gesamte Areal rund um die Ruine bleibt aber gesperrt.

Viele Menschen pilgern inzwischen zur Nordeck, um die Ruine einmal verhüllt zu sehen. Die Plane verhindert, dass von oben weiteres Wasser in die Mauern eindringt.

Das Ingenieurbüro Burges und Döring und Burgenforscher Joachim Zeune haben die Ruine Nordeck genau analysiert. "Die oberste Priorität bei der Sanierung hat sicherlich der ehemalige Wohnturm", sagt Fritz Maier. "Wir rechnen, dass die Instandsetzung des Wohnturmes allein 150.000 Euro kosten wird." Für diese Kosten - die Notsicherung schlägt mit weiteren 25.000 Euro zu Buche - kommen die Bayerischen Staatsforsten auf. "Wir wollen im Frühling nächstes Jahr die Ausschreibungen machen und im nächsten Jahr wollen wir den Wohnturm sanieren", sagt Maier.

Konzept erforderlich

Doch im Vorfeld gibt es noch viele Details zu klären. So sei es entscheidend, was die Stadt Stadtsteinach und der Landkreis mit der Ruine im Sinn haben. "Es sind viele Dinge denkbar: Man könnte die Ruine pädagogisch aufarbeiten, man könnte burgenkundliche Schilder aufstellen, man könnte einen Lehrpfad anlegen und Bänke aufstellen. "Ende Januar soll ein Gespräch zu diesem Thema mit Landrat Klaus Peter Söllner und Bürgermeister Roland Wolfrum stattfinden", so Maier. "Die touristische und pädagogische Erschließung der Nordeck ist natürlich nicht Sache der Staatsforsten. Wir sorgen nur dafür, dass die Ruine weiter standsicher ist", sagt der Fachmann.

Der Forstexperte hofft, dass ein attraktives Gesamtkonzept erarbeitet werden kann. Und: "Wir müssen dann natürlich noch Geldgeber finden - vielleicht die Stadt, der Landkreis, die Oberfrankenstiftung, der Bezirk."

Fest steht schon jetzt: Die Abzweigung vom Geopfad, die bislang zur Höhle unterhalb der Burgruine geführt hat, wird auch in Zukunft nicht mehr begehbar sein. Der Geopfad führt einfach unterhalb der Ruine weiter Richtung Wald.

"Wir wollen und können natürlich nicht die gesamte Ruine wieder zurückbauen und wiederherstellen", sagt Fritz Maier, doch das wäre wohl auch zu viel des Guten. Jedenfalls beginnen bereits im Frühling die Bauarbeiten zur Sicherung des Wohnturmes. Dazu wird wohl der obere Teil der Ruine in einer Breite von einem bis 1,5 Metern abgerissen und neu hochgemauert. Nur so kann sichergestellt werden, dass endlich alle eingewachsenen Wurzeln entfernt werden.

Und wenn der Wohnturm der Ruine saniert ist, wird er auch wieder aus der Nähe besichtigt werden können. "Ich rechne damit, dass eine touristische Erschließung bestimmt bis 2015 dauern wird", sagt Maier.