Es sind gerade Käse-Wochen bei Burger-King, auch in der Filiale in Himmelkron. Aber den Mitarbeiter stinkt derzeit etwas ganz anderes: ein Bericht auf RTL mit Enthüllungsjournalist Günter Wallraff. Der hatte in einem westdeutschen Restaurant der Kette einen Reporter inkognito eingeschleust. Was der zu Tage förderte, war beeindruckend unappetitlich: verkeimte Burger, stundenlang ungekühlte Zutaten. Dazu Arbeitsverträge, die ausbeuterische Züge tragen.

Bei den Angestellten in Himmelkron will sich im Gespräch mit der BR zunächst keiner aus der Deckung wagen. Erst, als wir Anonymität zusichern, erklärt sich eine Angestellte bereit zu erzählen. "Die gezeigten Zustände sind krass. Aber ich kann für unsere Filiale sagen: Das kommt hier sicher nicht vor."

Am schlimmsten empfand die Mitarbeiterin die Szene im TV-Beitrag, als eine Angestellte gezeigt wurde, wie sie mangels Dosenöffner mit einem Messer eine Dose Jalapenos öffnete. "Da konnte ich nicht hingucken", sagt die Himmelkroner Burger-King-Mitarbeiterin. "Wir haben hier selbstverständlich Dosenöffner, wir haben auch eine Spülmaschine und heißes Wasser zum Reinigen der Küchengeräte." All das, was laut RTL-Bericht in der westdeutschen Filiale fehlt. "Auch dass Zutaten wie Gurken oder Tomaten schon morgens vorbereitet und dann stundenlang ohne Kühlung rumliegen, passiert bei uns nicht. Wir sind gut organisiert und genügend Mitarbeiter, um frisch zubereitete und unbedenkliche Lebensmittel an die Kunden zu vergeben."

Sie selber gehöre seit 2001 zu einem Team, das derzeit 20 Angestellte umfasse - davon allerdings nur eine Vollzeitkraft; die übrigen hätten Teilzeitverträge. Die Kontrakte sicherten den Mitarbeitern einen Brutto-Stundenlohn von 7,71 Euro zu.

Franchise-Nehmer für Oberfranken

Der für Oberfranken verantwortliche Franchise-Nehmer (also der Inhaber der Lizenz, mit der ein Burger-King-Restaurant betrieben werden darf) ist übrigens nicht identisch mit dem aus der Fernsehsendung; diese Filiale gehörte zur so genannten Yi-Ko-Holding. In Himmelkron hingegen hat die JKF Systemgastronomie GmbH das Sagen. Die BR sprach gestern mit dem Inhaber, der jedoch auf Grund der aktuellen Entwicklungen ungenannt bleiben möchte. Er selber betreibe neben dem Himmelkroner Ableger noch Filialen in Bamberg, Coburg, Münchberg und Breitengüßbach und habe nichts mit der kritisch be leuchteten Yi-Ko-Holding zu tun.

"Wir führen unsere Restaurants seit zwölf Jahren als selbstständiger Mittelständler vor Ort. Was die im TV-Beitrag gezeigten Hygienemängel angeht, so kann ich für unsere Betriebe sagen: Wir hatten noch keinerlei Beanstandungen seitens der Lebensmittelaufsicht."

Auf die - auch von Gewerkschaftsseite - monierten Verträge und Vertragsmodelle mit den Mitarbeitern der Systemgastronomie wollte unser Gesprächspartner nicht eingehen. Er sei als Lizenznehmer von der Konzernzentrale angehalten worden, Presseanfragen, auch zu den Modalitäten der Beschäftigung, an die Direktion in München weiterzuleiten. Dort ist telefonisch kein Durchkommen.

Verletzung der Unternehmenswerte

Von Burger-King Deutschland ist mittlerweile eine offizielle Stellungnahme veröffentlicht worden. Darin hieß es, die bei RTL dokumentierten Handlungen stellten "eine Verletzung unserer Unternehmenswerte dar. Wir haben keinerlei Toleranz oder Akzeptanz für Handlungen, die das Vertrauen unserer Gäste und den Ruf, den wir aufgebaut haben, untergraben."