Norbert Groß (CSU) will die Nachfolge des Kasendorfer Bürgermeisters Bernd Steinhäuser antreten, der als parteiloses Mitglied der CSU/Offene Liste Gemeindeoberhaupt ist. Am Dienstagabend hat die CSU Norbert Groß als Kandidaten für die Kommunalwahl nominiert. Im Interview spricht der 55-Jährige über seinen Ziele und Visionen. Herr Groß, Sie haben bei der Nominierung erklärt, dass Sie schon nach zwei Jahren überlegt haben, am Ende der Wahlperiode als Gemeinderat aufzuhören, weil Sie die "fehlende Offenheit" des Gremiums für Vorschläge und Anträge gestört hat. Wie kommt es jetzt zur Kehrtwende, dass Sie Bürgermeister werden wollen? Von mir beziehungsweise aus der von mir initiierten Arbeitsgruppe kamen in den fünf Jahren, in denen ich nun im Gemeinderat bin, bisher über 25 Anträge und Anregungen. Nicht mal die Hälfte wurde befürwortet oder weiterverfolgt. Ich habe mit meiner Frau darüber diskutiert, ob es Sinn macht, nach den sechs Jahren weiter zu machen. Ich habe mir die Frage gestellt: Wieder aufhören oder es selbst in die Hand nehmen? Ich habe mich entschieden, nicht aufzuhören und mich um das Bürgermeister-Amt zu bewerben. Wie wollen Sie die Gemeinde weiterentwickeln? "Nicht quatschen, sondern machen" war meine Devise schon beim THW, wo ich über 20 Jahre Dienststellenleiter einer Bundesbehörde war. Auch als Prokurist bei Alpha-Innotec habe ich mich der Verantwortung gestellt. Die gängigen Ansätze aus der freien Wirtschaft können für eine Kommune doch nicht schlecht sein. Kasendorf hat großes Potenzial, sich zu entwickeln. Deshalb sollte es für uns im Gemeinderat oberstes Ziel sein, dass wir alle Anfragen unserer Bürger mit dem nötigen Respekt behandeln. Wir müssen für unsere Kommune die Frage beantworten, ob es gute Ideen sind, ob es Sinn macht. Und wenn wir Ja sagen, werden wir nach Lösungswegen suchen. Welche konkreten Ziele haben Sie sich gesetzt? Kasendorf hat wirtschaftsstarke Unternehmen, relativ sichere Einnahmequellen. Die gesunde finanzielle Basis gibt uns die Möglichkeit, uns positiv zu entwickeln, in Neues zu investieren.

Ich habe eine umfangreiche Ideen- und Stoffsammlung. So will ich mehr Leben in den Markt bringen. Unser Festplatz etwa ist für mich der schönste Ort im Landkreis, um Feste zu feiern. Aber wir nutzen ihn nur zwei, drei Mal im Jahr. Das will ich ändern. Eine Umgestaltung, die zumindest teilweise eine wetterunabhängige Nutzung ermöglicht, würde uns die Chance eröffnen, ein Open-air-Kino sowie Theateraufführungen und Konzerte zu veranstalten. Ich denke aber auch an die Friesenquelle, die einmalig in Nordbayern ist. Ein Wanderparkplatz und ein Weg dorthin wären ein Ansatz, Leute nach Kasendorf zu locken, die nicht nur durch den Ort fahren. Sie haben sich auch auf Ihre Fahnen geschrieben, Angebote für alle Generationen zu entwickeln.  Ja, da sehe ich große Aufgaben auf uns zukommen. Der Jugendtreff ist ja schon im Werden, und auch eine Tagespflege kommt. Eine Generalsanierung der Schule ist für mich außerdem unumgänglich, wenn wir sie dauerhaft erhalten wollen. Man muss Kasendorf als eine familienfreundliche Kommune wahrnehmen, dann haben wir eine positive Zukunft vor uns. Die Marktgemeinde gehört schon seit vielen Jahren zu den finanzstärksten Kommunen im Landkreis. Wie wollen Sie die Wirtschaft fördern? Wir müssen alles dafür geben, unsere heimischen Betriebe zu unterstützen. Unser Ziel muss es sein, dass keine Firma, die zu uns will, abgewiesen werden muss, weil wir kein Grundstück haben. Wir müssen deshalb beispielsweise darauf drängen, dass das ins Auge gefasste Gewerbegebiet bei Krumme Fohre zeitnah umgesetzt wird.