Eines war für Claudia und Ulrich Jobst von Anfang an klar: Sie wollten auf jeden Fall wieder eine Pfarrstelle auf dem Land. Und dieser Wunsch sollte in Erfüllung gegen. Claudia und Ulrich Jobst sind das neue Buchauer Pfarrerehepaar. Sie beendeten damit die einjährige Vakanz, die mit dem Wegzug von Pfarrer Wolfgang Heidenreich begann.

Zumindest Ulrich Jobst ist Buchau ein wenig vertraut. Der 41-Jährige ist in Kulmbach geboren und in Lichtenfels aufgewachsen. Die Großeltern stammten aus Fölschnitz. "Wenn wir sie besucht haben, sind wir oft über Buchau gefahren. Den Ort fand ich schon immer schön", erklärt er. Als die Stelle ausgeschrieben wurde, habe er sich gut vorstellen können, "dass es passt".

Der Zeitpunkt war günstig

Doch nicht nur das. Auch der Zeitpunkt war günstig. Sohn Karl Johann (10) hat die vierte Klasse beendet. Ein Wechsel an eine andere Schule und damit in ein neues Umfeld habe ohnehin angestanden. "Er geht jetzt ins Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasium", erklärt die Pfarrerin.

Die 44-Jährige und ihr Mann haben sich während des Theologie-Studiums in Neuendettelsau kennengelernt. Weitere Studienorte waren Wien und Tübingen. Die erste Pfarrstelle trat das Paar in Zeilitzheim (Landkreis Schweinfurt) und Krautheim (Landkreis Kitzingen) an. Eine Konstellation, die der von Buchau/Weismain nicht unähnlich war. Pfarrer Ulrich Jobst gab Unterricht in der Schule und kümmerte sich um die Konfirmanden- und Jugendarbeit. Er wird auch an der Grundschule in Weismain unterrichten. Claudia Jobst sorgte sich um die Gemeindearbeit. Nach elf Jahren folgt nun der Wechsel nach Buchau.

"Es war eine schöne Zeit, weil die Gläubigen sehr aufgeschlossen waren", blickt Claudia Jobst zurück. Man habe sie viel ausprobieren lassen: Gemeindewochen zu bestimmten Themen, neue Gottesdienstformen mit Band und moderner Musik. "Das wurde sehr gut angenommen, da war immer mehr los als im normalen Gottesdienst. Vor allem jüngere Leute und junge Familien waren überproportional vertreten."

Ob das auch in Buchau funktioniert, können die beiden nicht einschätzen: "Der Wunsch, so etwas hier zu machen, muss aus der Gemeinde kommen", stellen sie fest. Es werde nichts gegen den Kirchenvorstand entschieden, sondern ein gemeinsamer Weg gesucht, ist für Ulrich und Claudia Jobst klar. Gerne würden sie die Jugendarbeit beleben. "In der Vakanzzeit leidet halt alles ein bisschen", sagt der 41-Jährige.

Das Paar, das erst seit ein paar Tagen das Pfarrhaus bezogen hat, fühlt sich in Buchau gut aufgenommen: Kirchenvorsteher, Mitarbeiter und Nachbarn hätten sie bereits begrüßt, Brot und Salz mitgebracht.
Noch kurz etwas zu ihren Hobbys: Claudia Jobst lernt Italienisch ("Weil ich die Sprache und das Land schön finde") und Gitarre ("Das ist praktisch im Pfarramt"). Ihr Mann mag Gartenarbeit und filzt gerne. "Das sind ruhige Arbeiten und ein guter Ausgleich zum Unterricht."

Gottesdienst

Nach einjähriger Vakanz wird die Pfarrstelle Buchau zum 1. September mit dem Theologenehepaar Claudia und Ulrich Jobst wieder besetzt. Der Gottesdienst mit Amtseinführung in der Buchauer St. Michaelskirche findet am 8. September um 14 Uhr statt. Zur Pfarrstelle Buchau gehört auch Weismain.