Es ist lila, Marke Pepe Jeans. Und was ist der Clou? Windisch zeigt auf die Nasenflügel. Besser: die fehlenden Nasenflügel, denn im Gegensatz zu den ähnlichen Herrenmodellen hat sie gar keine. "Die Nasenauflagen verheddern sich im Haar, ziepen oder drücken." Das hat auch die Brillenindustrie erkannt - und hat darauf verzichtet.
Bei "Windisch Optik" sind Riesen-Brillen a la Stubenfliege Puck oder Guildo Horn Beststeller. "Sonnenbrillen dürfen auch nicht zu dunkel sein, deshalb sind Verlaufsbrillen gut - sie kann man auch bei Dunkelheit oder in der Disko auflassen." Frauen greifen in dieser Saison gerne zu Lila, Männer bleiben beim klassischen Schwarz.
In allen Preislagen gibt es Retrobrillen auch bei "Fischer-Optik". Melanie Grätzler kann in diesem Sommer ebenfalls ein Lied von den überdimensionierten Gläsern singen. "100 Prozent UV-Schutz haben alle Modelle - aber es gibt auch Brillen, die polarisieren", erklärt sie. Das heißt: Sie machen Kontraste besser sichtbar. "Für dieses Extra sind sie nicht viel teurer."
Bei Fielmann sieht man den Retrobrillen-Trend schon abgeebbt. "Jetzt tragen auch junge Mädels ,Pilotform' - wie früher die Soldaten im Krieg", sagt Augenoptiker Thomas Backer und setzt seiner Kollegin Katharina Gernet, ehe sie sich wehren kann, ein blau-glänzendes Modell auf. Er selbst, als sportlicher Typ mit einem Akzent Modebewusstsein, greift zu einer Sportbrille in Weiß mit Neongrün. "Groß in Mode, mit Sperrglas", erklärt er. Das ist ein Glas, das die Kontraste besser hervorhebt und nicht spiegelt.
Ein verrücktes Brillenstück zeigt Jürgen König von "Optik Böhmer" - und holt eine schwarze Ray-Ban aus dem Fenster.
Eine ausführliche Reportage über den Kulmbacher Sonnenbrillen-Sommer 2012 lesen Sie am Samstag in der Bayerischen Rundschau.