"Wir freuen uns, einen absoluten Weltstar im Rahmen des Plassenburg Open-Airs begrüßen zu dürfen, der wie kein zweiter beweist, dass sich Pop-Musik und soziale Verantwortung keinesfalls ausschließen", freut sich Kulmbachs Oberbürgermeister Henry Schramm (CSU) über die Verpflichtung des Musikers, der erst vor wenigen Wochen auch hierzulande wieder durch die Presse ging, als er gemeinsam mit Toten-Hosen-Sänger Campino eine deutsche Version des Weihnachtshits "Do They Know It"s Christmas" in die Wege leitete.

Die Karriere Geldofs reicht zurück ins Irland der 70er-Jahre. Dort gründet er seine Band "Boomtown Rats", die nach dem Umzug nach London zu einer der prägenden Bands der New-Wave-Szene werden und mit Hits wie "I Don't Like Mondays" oder "Banana Republic" auch zu den kommerziell erfolgreichsten britischen Bands ihrer Epoche zählen. Doch als Bob Geldof 1984 von einer Hungerkatastrophe in Äthiopien erfährt, beginnt seine zweite Laufbahn als einer der bedeutendsten politischen Aktivisten der Kulturszene.

Zusammen mit Ultravox-Frontmann Midge Ure schreibt er das Lied "Do They Know It's Christmas", das er unter dem Namen "Band Aid" mit Musikern wie Sting, Bono Vox und Paul McCartney aufnimmt und das zu einem der erfolgreichsten Songs der 80er-Jahre wird. Ermutigt von dem Erfolg beschließt er das Projekt zu erweitern und veranstaltet im Juli 1985 mit "Live Aid" zwei Konzerte in Philadelphia und London, an denen das Who Is Who der internationalen Pop- und Rockszene teilnimmt und bei denen über 150 Millionen Dollar an Spenden und Tantiemen für die gute Sache eingespielt werden.

Obgleich die Konzerte ihm weltweiten Ruhm bescheren und er über mehrere Jahre als heißer Kandidat für den Friedensnobelpreis gehandelt wird, bleibt er selbst bescheiden. "Is That It?" ("War's das?") nennt er selbstironisch seine 1986 erschienene Autobiographie, um gleich darauf die Antwort zu geben: Auf keinen Fall. Nach Auflösung der Boomtown Rats veröffentlicht Geldof zwischen 1986 und 1992 drei Solo-Alben, die mit Liedern wie "This Is The World Calling" oder dem stark vom Irish Folk beeinflussten "The Great Song Of Indifference" weitere Hits beinhalten, die auch in Deutschland Charterfolge sind. Nach mehreren privaten Schicksalsschlägen, die er in seinem 2001 erschienenen autobiographischen Album "Sex, Age & Death" musikalisch verarbeitet, konzentriert sich der Musiker in der Folge wieder verstärkt auf seine politischen Aktivitäten, in denen er sich für eine Entschuldung afrikanischer Länder stark macht.

Dabei hat er längst seinen Frieden damit geschlossen, dass die Öffentlichkeit in ihm eher "den Typen von Live Aid sieht als den Musiker", wie er selbst feststellt. Doch ihn darauf zu reduzieren, wäre ein großer Fehler. Nicht nur ist sein 2011 veröffentlichtes aktuelles Album "How To Compose Popular Songs That Will Sell" ein fantastisches Album, das von Fans und Kritikern gleichermaßen gelobt wurde, auch live stellt Geldof gerne unter Beweis, dass weder er noch seine Songs in die Jahre gekommen sind. So bewertete das Hamburger Abendblatt sein letztes Konzert in der Hansestadt als "Konzert des Jahres - ohne wenn und aber".

Wer Bob Geldof und damit auch 40 Jahre Musikgeschichte live erleben möchte, hat bei seinem Konzert am 16. Juli im Schönen Hof der Plassenburg die Gelegenheit. Das Konzert, das sowohl aktuelle Songs als auch natürlich die großen Hits der Boomtown Rats umfasst, beginnt um 20.30 Uhr, Einlass ist bereits ab 19 Uhr. Tickets für das Open-Air gibt es ab ab sofort unter www.plassenburgopenair.de sowie an allen bekannten Vorverkaufsstellen. Das Konzert ersetzt damit auch den Auftritt von Han"s Klaffl im Rahmen des Plassenburg Open-Airs, der vergangene Woche terminbedingt absagen musste.