Es kommt nicht allzu häufig vor, dass ein 13-Jähriger bei einem Vereinsjubiläum geehrt wird. Doch das Dorfleben in Wartenfels ist sowieso anders als sonstwo in der Welt: Wenn ein Verein feiert, dann sind auch sämtliche anderen sechs mit dabei. Zum 50-jährigen Bestehen des Musikvereins zog man dann auch nach dem Gottesdienst gemeinsam durch den Ort. Der Patenverein, die Musikkapelle Seibelsdorf, spielte danach bis Mittag auf. Erhard Hildner, an sich Reichenbacher, aber Vorsitzender des Männergesangvereins Wartenfels, hatte zum Festakt am Nachmittag auch noch von jedem Verein einen Umschlag dabei.

Das Aus abgewendet

Vor nicht allzu vielen Jahren sah es ganz anders aus beim Musikverein. Er stand vor dem Aus. Musikermangel. Doch auch in dieser Zeit gab es Unentwegte, die nicht aufgeben wollten und für die Kapelle praktisch hausieren gingen.

Albin Hain war einer dieser Unentwegten, die den Verein, den sie vor 50 Jahren mitgegründet hatten, nicht untergehen lassen wollten. Und Reinhold Beetz. Der sitzt mittlerweile im 50. Jahr mit seinem Tenorhorn in der hinteren Reihe des Orchesters und hatte im Lauf des vergangenen halben Jahrhunderts so gut wie alle Funktionen inne, die es in einem Verein überhaupt gibt. Beide wurden jetzt zu Ehrenmitgliedern ernannt.

Des Weiteren wurden Dieter Heiß und Dieter Mücke für ihre langjährigen Tätigkeiten als Schriftführer beziehungsweise Kassier ausgezeichnet.

Geehrt neben vielen anderen wurde auch Dieter Schmitt für seine 30-jährige Musikerzeit. Ihm überreichte der Kreisvorsitzende des Nordbayerischen Musikbunds, Heinrich Ramming, die goldene Ehrennadel.

13-Jähriger hat sein fünf Jahren keine Probe versäumt

Eine weitere Ehrennadel erhielt Alexander Schramm für seine aktive Musikertätigkeit über "50 Jahre ohne Null". Mit acht Jahren war er als Trompeter der Kapelle beigetreten, und seither hat der jetzt 13-Jährige keine einzige Probe versäumt, verkündete Vorsitzender Dominik Schmidt.

Ein Dank galt außerdem Reinhold Bär, der die Vereinsfahne zum Jubiläum repariert hatte.

Zum Bergfest auf dem Gelände des Wartenfelser Frankenwaldvereins hatten sich auch Landrat Klaus Peter Söllner sowie die Landtagsabgeordneten Inge Aures (SPD) und später Martin Schöffel (CSU) eingefunden. Söllner brachte seine Anerkennung zum regen Dorfleben zum Ausdruck. Inge Aures freute sich, einen Grund zu haben, "widder hamm" zu kommen, entdeckte in Wartenfels alte Klassenkameraden und deutete die eine und andere Begebenheit aus früherer Zeit an.

Musikalische Dörfer

Bürgermeister Siegfried Beyer erinnerte an die Zeit vor der Gebietsreform und daran, dass es im Landkreis Stadtsteinach um Presseck herum damals zwei musikalische Dörfer gab: Enchenreuth und Wartenfels.

Für Musik beim Festakt sorgte der Musikverein selbst. Kapellmeister Walter Wich-Herrlein stimmte mit seinen zwölf Mannen und zwei Damen das eine und andere schneidige Stück an. Als weitere musikalische Wartenfelser Gruppe sang der Männerchor mit Schwand unter der Leitung von Alexander Thern sieben ausgesuchte Lieder.