Die Telefonanbieter leiden unter enormem Marktdruck und müssen kreativ sein. Dies führt bei Telefonverträgen für Unternehmen oft zu fehlender Transparenz, zu immer mehr so genannten Flat-Angeboten und Optionen. Das Individuelle bleibt auf der Strecke, und die Kosten für die Firmen sind teilweise bis zu 40 Prozent zu hoch. Als Björn Sommerer das erkannt hatte, reifte in ihm der Entschluss, sich eine eigene Existenz aufzubauen. Er gründete die Sommerer Consulting, die aus kleinsten Anfängen entstand, inzwischen aber weltweit agiert und gegenwärtig acht Personen beschäftigt.

Sein Fazit nach mehr als fünf Jahren: "Der Weg an sich war richtig, auch wenn er phasenweise steinig war. Aber jetzt sieht man, dass sich die Arbeit und die Zeit, die man investiert hat, gelohnt haben."

"Die Freude ist das Wichtigste"

Das Wichtigste am Beruf sei für ihn aber, dass er Freude macht. "Und diese Freude vermitteln wir auch unseren Kunden. Die sehen, dass wir ein junges, dynamisches Team sind, das wirklich für das Unternehmen arbeitet."
2005 hat Sommerer, der an der Fachhochschule in Hof Betriebswirtschaft studierte, sein Unternehmen aus der Taufe gehoben: "Mit einem Partner, der im Hintergrund arbeitet. Er ist der IT-Experte, ich bin der Betriebswirt", erzählt der Neudrossenfelder, der den Firmenmitbegründer in dem Unternehmen kennen gelernt hatte, in dem er vorher tätig war. Und beide waren dort nicht mehr zufrieden. "Heute fühle ich mich bestätigt, die Firma läuft ganz gut. Freilich war es am Anfang eine harte Zeit. Das kann jeder nachvollziehen, der selbst einmal ein Unternehmen gegründet hat."

Sommerer ging bei seiner Unternehmensgründung kein allzu großes finanzielles Wagnis ein: "Es war schon in Grenzen zu halten, denn wir hatten ja das Know-How schon und begrenzten unsere Tätigkeit zunächst auch auf die Region. Wir mussten das eigene IT-Programm, das wir bei den Unternehmen benötigen, nicht kaufen, sondern hatten es bereits im Vorfeld gefertigt. So gesehen war das Risiko nicht ganz so groß. Das Unternehmen ist aber dann in den Folgejahren stetig gewachsen."

Neuer Vertrag vor Weihnachten

Die Sommerer Consulting bietet ihre Dienste inzwischen in ganz Deutschland und auch in Teilen Europas an. Kunden sind sowohl Großkonzerne als auch mittelständische und kleinere Unternehmen. Im Kulmbacher Raum gehört dazu die Raps GmbH & Co KG und in Hessen die Vitos GmbH, ein großer Krankenhausverbund mit 9500 Mitarbeitern. Und wenige Tage vor Weihnachten hat Björn Sommerer einen neuen Rahmenvertrag mit der E.L.V.I.S AG abgeschlossen. Das ist ein europäischer Ladungs-Verbund internationaler Spediteure und der größten Logistikverbände Deutschlands und Europas.

Wenn man so will, war das für den Geschäftsführer wie ein "Sechser im Lotto". Denn dadurch verfügt seine Firma jetzt über eine noch größere Anzahl von potenziellen Kunden: "Dadurch wird die Arbeit natürlich wieder mehr. Aber da darf man sich nicht beschweren, denn Arbeit heißt auch, dass man Geld verdient. Und das ist gut so. Wir haben uns jetzt natürlich auch in der Branche einen Namen gemacht, und es kommen schon viele Kunden auf uns zu, was vorher nicht der Fall war. Da mussten wir sehr viel Akquise selber machen. Der Ball läuft jetzt, aber man muss ihn schon immer wieder zum Rollen bringen."

Und wie wirkt sich die Arbeit auf das jeweilige Unternehmen aus? "Den Profilen der einzelnen Telefonteilnehmer wird häufig nicht Rechnung getragen. Einsparungsmöglichkeiten, die unabhängig vom Provider durchgeführt werden können, sind nicht bekannt. Sonderangebote oder Rahmenverträge können nur mit enormen Aufwand geprüft werden, da die Transparenz fehlt. Preisnachlässe und unendliche Optionen verhindern den Blick auf das Wesentliche, außerdem nützen viele Telefonteilnehmer gute Rahmenverträge nicht", weiß Sommerer, demzufolge durch sofortige, vertragsunschädliche Optimierungen in der Regel die Kosten um mindesten 25 Prozent gesenkt werden. Dazu gehört für die Neudrossenfelder Firma, dass sie Tarife innerhalb bestehender Verträge optimiert, und zwar sowohl für das Festnetz als auch für die Mobiltelefonie. Mit einem grafischen Berichtswesen und einem exakten Controlling wird auch Klarheit und Transparenz erreicht.

Am Beispiel eines Industrieunternehmens macht Björn Sommerer deutlich, dass allein durch eine Tarifoptimierung Kosten von knapp 16 Prozent eingespart wurden. Mit einer zusätzlichen Optimierung mobiler Auslandstelefonate haben man nochmals zwölf Prozent erreicht.