Ein zufriedenstellendes Fazit und ein positiver Ausblick auf die nächsten Jahre: Bürgermeister Hans-Joachim Hösch rekapitulierte in der jüngsten Stadtratssitzung sein erstes Amtsjahr. Dabei verhehlte Hösch nicht, dass sich die Stadt der Realität stellen muss, die in den nächsten Monaten und Jahren zu bewältigen ist: Die Wasserversorgung ist auf Dauer noch nicht in trockenen Tüchern. Und wie ein Blitz habe die "Abwassergeschichte" mit Ludwigschorgast - Beteiligung an den erforderlichen Kanalsanierungskosten - die kleine Bergstadt getroffen. Aber Kupferberg werde seinen Beitrag leisten, versicherte Hösch.

Die Stadthalle sei jetzt barrierefrei zugängig, was ohne Zuschüsse und mit Unterstützung der Hartsteinwerke Schicker und des städtischen Bauhofs bei Wind und Wetter erledigt worden sei. Repariert worden sei das Salzsilo, und auch der neue Schlepper mit Streuwerk sei ausgeliefert worden. Die Vorgabe der Rechnungsprüfer, den Fuhrpark zu verschlanken, sei damit erfüllt worden. Der neue Lkw werde Anfang April kommen.
Zur erforderlichen Sanierung des erworbenen Jugendheims mit Ausbau zum Bauhofgebäude sollte nach Ansicht Höschs jeder Stadtrat seine Ideen einbringen. Sorge macht dem Bürgermeister die Straße zur Alten Schmölz; auch hier müsse eine einvernehmliche Lösung her.

Am Herzen liege allen die Entwicklung des ländlichen Raumes. Das vor der Eröffnung stehende Besucher-Bergwerk sei aus dem EU-Leader-Programm maßgeblich unterstützt. Vor wenigen Tagen hätten Professor Hartwig Frimmel und Doktorand Stefan Höhn den Blick in die Zukunft der Geologie eröffnet. "Der Weg Kupferbergs geht nach vorne, und die Geologen könnten die kleine Bergstadt durchaus zu einer Hochburg der Erforschung der Erdgeschichte machen", sagte Hans-Joachim Hösch optimistisch.

Zusammenarbeit gefordert

Die Bürgerversammlung kündigte das Stadtoberhaupt für Freitag, 20. März 2015, an. Künftig ist nach seinen Worten von allen Stadträten Zusammenarbeit gefordert. "Während der zurückliegenden 223 Tage im Amt schossen die Themen wie bei einem Vulkanausbruch auf mich ein. Kein Tag ohne Dialog, kein Tag ohne neues Programm. Man wollte mich austesten, wie weit kann man mich belasten. Doch keiner rechnete mit meiner Grundeinstellung: Für Kupferberg ohne Rücksicht auf die eigene Gesundheit! Ich muss auf nichts mehr Rücksicht nehmen, die Vetterleswirtschaft hat keine Chance", betonte das Stadtoberhaupt in seinem Jahresrückblick klipp und klar.

Im Zusammenhang mit der Vorbereitung eines Bauhof-Zentrums wies Hösch darauf hin, dass die Stadt Kupferberg in die Zukunft schaut. "Was wir bei der Wahl zugesagt haben, wird jetzt Schritt für Schritt umgesetzt. Dafür danke ich dem gesamten Stadtrat." Hösch dankte an dieser Stelle und mit Blick auf den Kauf des Jugendheims auch Pater Alard für das Verständnis. "Hier ging es um das Allgemeinwohl, auch wenn es einen Handwerker schmerzte", sagte Hösch.

Das kollegiale Verhältnis mit seinem Stellvertreter Alfred Kolenda hob er noch hervor: "Ein Kämmerer und ein Praktiker an der Spitze der Stadt, was könnte es auf kommunaler Ebene Besseres geben?"

Aus der Statistik berichtete Hösch. das vier Geburten momentan acht Sterbefälle gegenüber stehen. Ihren Hauptwohnsitz haben in Kupferberg 1043 Bürger, 2013 seien es 1044 gewesen. Dazu seien 60 Nebenwohnsitze zu verzeichnen. Hösch: "Es hat sich gelohnt, als Bürgermeister auch die Arbeit des Wohnungsmaklers auf sich zu nehmen." Einige Häuser und Grundstücke hätten vermittelt und somit Neubürger gewonnen werden können.

"Es hat auch geknirscht"

Volker Matysiak (SPD) merkte an, dass alle angetreten sind, um das Beste für Kupferberg zu erreichen. Viele Anliegen seien in der Zwischenzeit erfreulich gelöst worden, doch habe es auch geknirscht. Matysiak bat darum, anderen in den Stadtratssitzungen zuzuhören und im Umgang miteinander respektvoll zu bleiben. "Weniger Misstrauen, mehr Miteinander und noch besserer Zusammenarbeit heißt es im kommenden Jahr 2015."

"Wir haben ehrlich um viele Entscheidungen für Kupferberg gerungen und werden es weiter tun, um die kleine Bergstadt in die Zukunft zu entwickeln", sagte Harald Michel (UKW). Er wünschte sich eine hohe Termintreue bei den Stadtratssitzungen und Vorbesprechungen mit den Fraktionsvorsitzenden.

Für die CSU-Fraktion räumte Andreas Kaspar ein, dass es ab und zu gekriselt hat. Die meisten Beschlüsse seien aber mit großer Mehrheit gefasst worden. Für die geleistete Arbeit dankte er den beiden Bürgermeistern.