Es ist ein rätselhafter Fall, der im Thurnauer Land in den vergangenen Tagen Gesprächsthema Nummer eins war. Was fest steht: In einem Felsenkeller bei Tannfeld wurde am Mittwoch eine skelettierte Leiche entdeckt. Wer der Tote ist, wie er ums Leben gekommen ist? Darüber wird gerätselt. Die Polizei, die die Öffentlichkeit bis dato nicht informiert hat, gab auch am Sonntag keine Stellungnahme ab.

Der Keller, in dem das Skelett lag, ist einer von rund zwölf, die sich am Rande eines kleinen Verbindungswegs befinden, der nach Neustädtlein führt. In welchem Keller das Skelett entdeckt wurde, das war am Sonntag für Passanten nicht mehr auszumachen.

Bauarbeiter finden die skelettierte Leiche

Mitte vergangener Woche hatte dort die Kripo ermittelt - von polizeilichen Absperrungen war am Sonntag nichts mehr zu sehen. Einige der großen, bis zu 20 Meter tiefen Keller sind in einem noch recht guten Zustand, andere sind verfallen, werden seit vielen Jahren nicht mehr genutzt. Es soll sich um frühere Gemeinschaftskeller der Tannfelder handeln, die im Zuge der Flurbereinigung der Gemeinde übergeben worden sind.

Gefunden haben den Toten Bauarbeiter, die im Auftrag der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt damit beschäftigt sind, Keller freizulegen, damit dort Fledermausquartiere geschaffen werden können. Der Zugang zu einem Felsenkeller war am Mittwoch versperrt.

Wer ist der Tote aus dem Felsenkeller?

Ein Mitarbeiter der Baufirma versuchte daraufhin, die Tür einzutreten, was jedoch nur ein Stück weit gelang. Nachdem durch einen Spalt in der Türöffnung eine Matratze zu sehen war, wurde der Eingang mit der Motorsäge freigesägt. Dann machten die Bauarbeiter den grausigen Fund. Sie sahen die Knochen, die zu einem menschlichen Skelett gehörten.

Wer der Tote ist? In Tannfeld glaubt man das zu wissen. Es soll ein Einheimischer mittleren Alters sein, der vor gut einem Jahrzehnt auf rätselhafte Weise verschunden ist. Er habe damals gesagt, dass er mit einer Bekannten aus Osteuropa eine Reise mache - und sei dann verschwunden. Gesehen wurde der Tannfelder, der ein Eigenbrötler gewesen sein soll, seitdem nicht mehr. Ob er jemals offiziell vermisst gemeldet worden ist? Eine Frage, die am Wochenende keiner beantworten konnte.

Fragen über Fragen

Ob der Tote Suizid begangen hat? Ob Fremdeinwirkung ausgeschlossen werden kann? Es gibt Fragen über Fragen.

"Wir sind gespannt, was die Ermittlungen ergeben", sagt ein Tannfelder, der gehört haben will, dass der Tote ein Loch in der Schädeldecke gehabt haben soll. Und der wie viele seiner Mitbürger zu wissen glaubt, dass besagter Keller von innen mit Kanthölzern verbarrikadiert war.

Ob das der Wahrheit entspricht? Die Pressestelle des Polizeipräsidiums Oberfranken hat am Sonntag erklärt, dass sie erst Montag zu dem Leichenfund Stellung beziehen wird.

Zwischenzeitlich gibt es auch eine Stellungnahme der Polizei. Lesen Sie hier die neuesten Entwicklungen zu dem Leichenfund bei Tannfeld.