Der Magnusturm, das Wahrzeichen von Kasendorf, soll in Zukunft besser sichtbar sein. Wie Bürgermeister Bernd Steinhäuser (CSU) in der Sitzung des Kasendorfer Gemeinderats am Mittwoch bekannt gab, habe er sich mit dem Förster darauf verständigt, dass man im Oktober versuchen werde, den oberen Ring am Turmberg zumindest teilweise freizulegen. Problematisch sei allerdings das steile Gefälle, so Steinhäuser, möglicherweise werde man die Hilfe erfahrener Abseilspezialisten brauchen. Den Ausschnitt hatte Gemeinderat Otmar Walter vor einigen Wochen als Antrag eingereicht. Auch dessen weitere Forderungen wurden diskutiert: Eine "Herrichtung" der Friesenquelle, wie es Walter möchte, werde es so nicht geben, sagte Steinhäuser. Er habe sich noch einmal mit Vertretern des Landratsamts zusammengesetzt. "Es handelt sich um ein Naturdenkmal, da muss der natürliche Charakter erhalten bleiben", erklärte der Bürgermeister. Die Vorhaben, den Weg zu schottern, ein neues Geländer anzubringen und neue Stufen zu bauen, sollen allerdings vorangetrieben werden.

Ehrenamtliche Helfergesucht

Bei der Instandhaltung der Rundwege um Kasendorf muss auch auf freiwilliges Engagement gesetzt worden, forderte Gemeinderat Volker Täuber. Eine dauerhafte und flächendeckende Instandhaltung könne vom Bauhof nicht übernommen werden, bestätigte auch Bürgermeister Steinhäuser. Man einigte sich darauf, das jeweils eine gewisse Summe in den Haushalt des Marktes aufgenommen werden soll, um den Fränkische Schweiz Verein regelmäßig für Arbeiten am Rundweg zu engagieren. Außerdem will die Gemeinde auf den Fremdenverkehrsverein zugehen und gemeinsam nach einem Wanderwart suchen, der die Wege regelmäßig kontrolliert.

Hirschensprung nicht freigelegt

Otmar Walter hatte außerdem die Freilegung des Hirschensprungs - ein früherer Aussichtspunkt entlang des Rundwegs - gefordert. Dies lehnte der Gemeinderat mit Hinweis darauf ab, dass die Bäume hier mittlerweile über 30 Meter hoch seien und eine Abholzung schwierig wäre. Wegen der steilen Böschung erfüllten die Bäume zudem auch eine wichtige Sicherungsfunktion. Auch die Regierung von Oberfranken habe die Abholzung abgelehnt. Dass es sich um Privatwald handelt, machte die Entscheidung nur deutlicher. Der geforderte Wanderweg entlang des Friesenbachs, der bereits vor einigen Jahren im Rahmen der Dorferneuerung Thema war, wurde mit Hinweis darauf, dass es keine Einigung mit den Grundstückseigentümern gebe, abgewiesen. Abgelehnt wurde auch die Wiederaufforstung einer Allee in der Kulmbacher Straße. Die Bäume waren vor einigen Jahren gefällt worden, weil das Wurzelwerk der Bäume den Gehweg angehoben hatte. Aus diesem Grund hat sich der Gemeinderat auch mit einer Gegenstimme gegen die erneute Pflanzung ausgesprochen.

Forschungszentrum kommt

Der Marktgemeinderat hat seine Genehmigung zur Errichtung eines Forschungs- und Entwicklungszentrums durch die Firma Franken Maxit in Azendorf erteilt. Das Unternehmen will den Rohbau noch in diesem Sommer stellen, damit die Innenarbeiten im Winter gemacht werden können. Das neue Gebäude, das die Firma rund drei Millionen Euro kosten wird, soll direkt an den bestehenden Bürokomplex angeschlossen werden und von der Hauptstraße aus erreichbar sein. Das neue Gebäude wird auf Gelände stehen, das teilweise heute noch dem Markt Kasendorf gehört. Der Grundstücksverkauf oder -tausch wird an anderer Stelle verhandelt. Das Unternehmen muss allerdings sicherzustellen, dass das hinter dem Gebäude liegende Grundstück weiterhin von den Besitzern für Instandhaltungsarbeiten befahren werden kann.

Auch die Spielplätze der Gemeinde waren auf der Tagesordnung: Die jährliche Prüfung aller sieben Plätze wird künftig von einem Kulmbacher Unternehmen übernommen. Die Kosten belaufen sich auf 725,90 Euro im ersten und 617,02 Euro in den Folgejahren. Einen Bauhofmitarbeiter zu schulen wäre erheblich teurer, rechnete Verwaltungsleiter Herbert Schmidt vor.