Wohl jeder Kulmbacher hat die Autos mit dem auffälligen weiß-blau-orangen Logo schon einmal gesehen. Es sind VR-Mobile, die die Kulmbacher Bank wohltätigen Einrichtungen zur Verfügung stellt. Kulmbacher-Bank-Chef Stephan Ringwald freut sich, dass das auch in Zeiten der Wirtschaftskrise möglich ist. Die Kulmbacher Bank sei einst von 32 Kulmbachern als Genossenschaftsbank gegründet worden und bis heute der Region verbunden geblieben.

Mit den Erlösen aus dem bei den Kunden beliebten Gewinnsparen werden seit dem Jahr 2007 Autos finanziert. "Wir haben inzwischen schon 18 Autos vergeben. Mobilität im Dienste der Menschen ist das Prinzip", sagt Ringwald, der gemeinsam mit seinem Vorstandskollegen Dieter Bordihn die Schlüssel überreichte. In diesem Jahr können sich das Bayerische Rote Kreuz, die Diako Oberfranken und die Geschwister-Gummi-Stiftung über je einen neuen VW Up freuen, jeder im Wert von etwas über 10 000 Euro.

"Unsere Geschwister-Gummi-Stiftung ist eine Rettungsinsel für Kinder, die aus Familien stammen, in denen Gewalt an der Tagesordnung ist, die einen Missbrauchkontext hinter sich haben oder die aus Familien mit Vernachlässigung", sagt Dekan Jürgen Zinck. "Aber die Autos sollen dazu beitragen, dass die Kinder möglichst gar nicht erst zu uns kommen", sagte der Dekan. Mit ihnen fahren Sozialpädagogen zu den Familien, beraten sie und versuchen, durch ihre Arbeit das häusliche Umfeld so zu gestalten, dass die Kinder dort bleiben können.

50 Familien werden betreut

Die Geschwister-Gummi-Stiftung bekommt schon ihr zweites Fahrzeug. Das erste ist seit 2009 im Einsatz. "Wir nutzen das VR-Mobil für die mobile Jugendhilfe. Wir haben in diesem Bereich derzeit 25 Mitarbeiter im Einsatz und betreuen 50 Familien", so Geschäftsführer Karl-Heinz Kuch. Das bereits vorhandene Auto wird für Fahrten des Geschwister-Gummi-Kinderheims eingesetzt und macht so manches möglich, was sonst nicht so leicht zu lösen wäre: Fahrten zu Freunden oder Ausflüge zum Beispiel.

"Für uns sind die Autos vor allem in den Bereichen wichtig, die nicht entgeltfinanziert sind", spricht Kuch ein Finanzierungsdilemma an und freut sich, dass heuer ein Auto an die Diako Oberfranken geht. Die Einrichtung unterstützt Menschen mit Handicaps, mit psychischen und geistigen Beeinträchtigungen. Sie greift den Menschen bei der häuslichen Arbeit unter die Arme und unterstützt bei Behördengängen und allen Dingen, bei denen die Betroffenen Hilfe brauchen, manchmal auch kurzfristig und spontan. Mit dem VR-Mobil sind schnelle, unbürokratische Lösungen möglich. "Das Auto wird im ganzen Landkreis Kulmbach im Einsatz sein."

Im Dienst der Kranken

Das dritte VR-Mobil in diesem Jahr geht ans das BRK. "Wir haben seit 2010 schon einen Polo", sagt Elisabeth Reiser-Klötzer. Das Auto ist für die Betreuung von psychisch Kranken im gesamten Landkreis unterwegs. Das neue Fahrzeug wird die ambulante Betreuung unterstützen. "Wir haben derzeit 45 Klienten, die wir ambulant betreuen. Das sind Menschen, die unter Schizophrenie leiden oder manisch depressiv sind, aber auch Menschen mit Panikattacken oder anderen psychischen Beeinträchtigungen", so Reiser-Klötzer. Die Zahl der Menschen mit psychischen Erkrankungen nehme zu. Durch die ambulanten Hilfen können viele von ihnen zu Hause wohnen bleiben und müssen nicht in eine stationäre Einrichtung, so Reiser-Klötzer.