"Betty Popp - eine vergessene Künstlerin" hat Roland Friedrich die Ausstellung betitelt. Vergessen, obwohl die in der Fränkischen Schweiz geborene und viele Jahre in Kulmbach lebende Künstlerin Hunderte von Bildern und Drucken hinterließ.

Roland Friedrich hat lange über die Künstlerin recherchiert - gefunden hat er nicht viel. Geboren wurde sie am 9. März 1907, gestorben ist sie am 27. Februar 1988. Lediglich im Kulmbacher Stadtarchiv stieß er auf eine Ausgabe der Bayerischen Rundschau, in der über eine Ausstellung von Betty Popp berichtet wurde. Das war am 21. April 1970.



In der Schalterhalle der Sparkasse waren damals Grafiken und Aquarelle der Frau zu sehen, die das Handarbeitslehrerinnenexamen besaß und die Staatsschule für angewandte Kunst in Nürnberg - die Kunstakademie - besuchte.

"Naturstudien mit großer Liebe zum Detail, sich im Sinne fortschreitender Vergeistigung und Vereinfachung entwickelnd; Aquarell-Landschaften, die sich aus dem Realen zum ,Wirklichen' erheben ...", schrieb der Rezensent damals. Worte, die heute noch zutreffen, so dass sie Roland Friedrich in die Einladung zur Vernissage aufnahm.

Vor über 20 Jahren entdeckt

Vor über 20 Jahren war Friedrich erstmals auf die Künstlerin aufmerksam geworden. Ein Altarbild war es, das sein Interesse weckte. damals wusste er freilich noch nicht, dass Betty viele, viele Werke geschaffen hatte. Das Altarbild ist übrigens heute immer wieder bei Sonntagshandlungen der Wernsteiner Christengemeinschaft zu sehen.

Bei der Feier zum 30-jährigen bestehen von Naturkost Unger in Veitlahm im September 2012 entdeckte Friedrich mehrere Bilder der Künstlerin. Aquarelle, Zeichnungen, Linolschnitte und einfache Skizzen. Sie alle beeindruckten den 52-Jährigen so sehr, dass er sich entschloss, Betty Popp bei den Menschen wieder in Erinnerung zu bringen.

Mit einer eigenen Ausstellung, vielleicht auch beim Künstlerherbst auf der Plassenburg. Letzteres hofft zumindest Roland Friedrich, da ansonsten keine Frau beim Künstlerherbst vertreten ist.

Das älteste Werk, das er von Betty Popp gefunden hat, ist auf das Jahr 1924 datiert, das jüngste stammt von 1977. Über 50 Jahre also kann er das Wirken und die Entwicklung der Frau aufzeigen. Deutliche Unterschiede hat er dabei zwischen den Bildnissen vor und nach dem Krieg ausgemacht. Bis 1970 habe Betty Popp nie den Gegenstand (Lanschaften, Porträts, Pflanzen) verlassen, erst danach habe sie erste abstrakte Bilder gemalt.
Betty Popp war nach den Informationen von Friedrich nie verheiratet, hatte keine Kinder. "Sie lebte sehr zurückgezogen und war wortkarg. Aber eine scharfe kritische Beobachterin", hat der 52-Jährige herausgefunden. Er geht davon aus, dass Betty Popp auch eine zeitlang in Nürnberg lebte und viele ihrer Werke im Krieg zerstört wurden.

"Wunderschöne Werke"

Es blieb aber auch viel erhalten: Rund 250 Bilder hat Friedrich zusammengetragen, etwa 70 davon werden den Weg in die Ausstellung finden, darunter auch Selbstbildnisse der Frau. "Mein Ziel ist es, einen guten Überblick über Betty Popp zu geben. Sie ist eine echte Künstlerin und hat wunderschöne Kunstwerke hinterlassen."

Natürlich möchte Roalnd Friedrich noch mehr über die Künstlerin herausfinden. Wer ihm dabei weiterhelfen kann, der kann sich per Mail oder per Telefon (09229/7569) bei ihm melden.


Eröffnung Die Ausstellung mit Bildern von Betty Popp wird am Sonntag, 24. März, um 16 Uhr in der Werkstattgalerie von Roland Friedrich im Unteren Schloss Wernstein eröffnet.

Öffnungszeiten Zu sehen sind die Werke von Montag 25. März bis Donnerstag, 28. März sowie Dienstag, 2. April, bis Freitag, 5. April, von 15 bis 18 Uhr.