Bei der Oktober-Sitzung waren dem Gemeinderat Möglichkeiten zur Neugestaltung der Bahnhofstraße und des Steinhauerplatzes aufgezeigt worden. Die Anregungen aus dieser Diskussion wurden inzwischen vom Planungsbüro verdichtet und mit Argumenten zur Umsetzbarkeit unterlegt. Bei der letzten Sitzung des Jahres lag dem Gemeinderat diese neue städtebauliche Studie mit je einer Vorzugs- und einer Alternativ-Variante vor.

Das Gremium sah bei allen Varianten keinen Anlass für weitere Ergänzungen und segnete die Studie ab. Nach Begutachtung und Genehmigung durch die Regierung muss sich dann der neue Gemeinderat entscheiden, mit welcher Variante er in die Planung gehen will.

Spielplatz wird Bauplatz

Das gemeindliche Grundstück mit der Flurnummer 480/5 ist im Bebauungsplan bisher für die Nutzung eines Spielplatzes deklariert. Im Zuge des Baugebiets "In der Flur II" ist mittlerweile in der Nähe der Flurnummer 473/19 ein Spielplatz von der Gemeinde errichtet worden. Jetzt ist die Nachfrage eines Interessenten eingegangen, der das Grundstück 480/5 kaufen will, so dass die Gemeinde den Bebauungsplan so abändern will, dass bauplanungsrechtlich eine Wohnbebauung zulässig ist. Dazu soll - ausschließlich für den Geltungsbereich dieses Grundstücks - ein beschleunigtes Bauplanungsverfahren durchgeführt werden.

Die Räte befürworteten die Änderung des Bebauungsplanes und beauftragten den Bürgermeister, das Verfahren einzuleiten. Eine Vermessung und Nivellierung ist dazu zwingend erforderlich. Die erforderlichen Planunterlagen zur Durchführung des Verfahrens sind vom Bauinteressenten vorzulegen. Dabei sind die Abstandsflächen zu beachten.

Satzung für Michelsreuth

Vor einigen Jahren wurde im Ortsteil Michelsreuth die Abwasserproblematik durch ein Unterdrucksystem gelöst. Bürgermeister Werner Diersch freut sich, dass die Investition mit dem Anschluss der Abwasseranlage nach Trebgast auch die bauliche Entwicklung in Michelsreuth ermöglicht.

Für die Flurnummer 1513, ein bisher als Pferdekoppel genutztes Grundstück, gibt es eine Bauvoranfrage für die Errichtung eines Einfamilienwohnhauses. Nach Prüfung durch die Verwaltung liegt das Grundstück im Außenbereich. Daher ist es nicht privilegiert und ein Bauvorhaben nicht zulässig.

Nach Aussage der Aufsichtsbehörde ist es möglich, durch eine Einbeziehungssatzung im vereinfachten Verfahren ein Baurecht zu ermöglichen. Der Gemeinderat beschloss, die Einbeziehungssatzung "Auf der Höhe Michelsreuth" aufzustellen, und billigte den Entwurf mit den Festsetzungen vom 3. Dezember 2019. Gleichzeitig sollen die Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange am Verfahren beteiligt werden.

Helmut Küfner (SPD-WG) sprach das Thema "Brücke über die Trebgast im Weiherweg" an. Diese ist marode und sollte eigentlich in diesem Jahr durch einen Neubau ersetzt werden. Küfner drängte darauf, endlich eine Einigung über die Bauausführung zu erzielen, um die Arbeiten noch in diesem Winter auszuschreiben.

Damit war er nicht allein. Kämmerer Tobias Müller erinnerte daran, dass der Förderzeitraum ursprünglich bis 31. Dezember befristet war, und durch die Regierung noch einmal bis zum 30. Juni 2020 verlängert wurde. Bis dahin muss die Maßnahme abgeschlossen sein. Die Vorstellungen über die Bauausführung gingen jedoch immer wieder etwas hin und her, so dass sich die Realisierung immer wieder verzögerte. Trotzdem waren die Räte jetzt ziemlich überrascht, dass der nun vorgelegte Plan weit über den vorgesehenen finanziellen Rahmen hinausgeht. Sie reklamierten, dass sie seitens des Planungsbüros keine Kenntnis über die in diese Höhe gestiegenen Kosten erhalten hätten.

Schließlich konnte man sich auf einen gemeinsamen Nenner einigen: auf ein Geländer mit senkrechten Stäben statt waagrechten Querstreben mit Stahlseilen, auf einen Handlauf aus Edelstahl und - wegen der Haltbarkeit - auf einen Belag aus Kunststoff. Der einstimmige Tenor: Man brauche an dieser Stelle nicht die schönste Brücke.

Durch den Austritt von Gemeinderat Emil Lauterbach aus der CSU/NWG-Fraktion musste die Besetzung der Ausschüsse überprüft werden. Obwohl die Neuberechnung durch die Verwaltung ergeben hat, dass die CSU/NWG im Bauausschuss einen Sitz verliert, und die SPD-WG einen Sitz dazu gewinnt, hat sich die SPD-WG-Fraktion darauf verständigt, die Sitzverteilung unverändert zu lassen. Die anderen Ausschüsse bleiben gleich. Der Gemeinderat bestätigte die bisherige Besetzung.

Bahn überprüft Schließzeiten

Beschwerden gibt es in Trebgast immer wieder wegen der Schließzeiten der Bahnschranken an den örtlichen Bahnübergängen. Bei einer Ortsbegehung mit dem Ziel, die Ein- und Ausfahrten noch einmal zu prüfen, wies der DB-Vertreter auf die schwierige Situation hin, die sowohl durch Trebgast als Eisenbahn-Knotenpunkt als auch durch die verschiedenen Züge (Regionalexpress, "Walfisch", Agilis) bedingt sei, deren Geschwindigkeit unterschiedlich sei. Hinzu komme, dass die Streckenbelegung durch die Eisenbahngesellschaft in diesem Bereich am Limit sei.

Bürgermeister Werner Diersch machte deutlich: "Die Bevölkerung erwartet, dass das technisch Mögliche auch realisiert wird."