Es begab sich einst, dass sechs Sängerknaben aus dem fernen, fernen Bayreuth in das beschauliche Städtchen Kulmbach kamen. Auf ihren weißen Schimmeln ritten sie in die Stadt, auf der Suche nach der Dr.-Stammberger-Halle. Die haben sie offensichtlich gefunden, denn pünktlich um Acht standen die Sechs auf der Bühne.
Als das Licht ausging, ertönte die Stimme eines Märchenonkels, der das Publikum in die Handlung einführte: Die hänselnde Gretel hat die Herrschaft über das Märchenland erlangt und das Singen und Tanzen verboten. Sechs Fabelwesen (König, Prinz, Prinzessin, Zwerg, Fee und das Böse) machen sich auf die Suche nach dem King - denn nur er kann sie retten.

Dann kamen sie, die sechs Helden mit herzallerliebsten Hüten. Und schnell wurde dem Publikum klar, dass die Handlung die Songs der Band nur mühsam zusammenhalten kann. Die Stücke - von "Hijo de la luna" über "Schickeria" bis zu "I want to be loved by you" - hatten offenkundig nicht immer direkt etwas mit der Handlung zu tun. Beispiel? Nachdem die Helden sich fragten, "Abba was machen wir jetzt?", folgte ein Stück von Abba. Die Geschichte war also mehr Mittel zum Zweck, um Kalauer und Kokolores einbetten zu können. Nicht für jeden war die Stroy nachvollziehbar .

Doch da könnte man den sechs Jungs glatt Absicht unterstellen. Wer auf deren Konzerte geht, möchte nicht nur Comedy, sondern vor allem Gesang zu hören bekommen. Und auf diesem Gebiet konnte Six Pack mit ihrem neuen Programm durchaus überzeugen. Dabei stach besonders Bernd Esser heraus, der mit seiner Stimme ungeahnte Höhen erreichte. Er trat als Zwerg auf und brachte das Publikum erst als Marilyn-Monroe-Verschnitt und später mit einer sächsischen Sprachverwirrung zum Lachen.

Zum Abschluss gab es noch eine Sprechgesang-Einlage, die beim Publikum allerdings nicht ankam. Mit ihrer Zugabe riss Six Pack die Zuschauer, trotz einer kleinen Panne ("Durchhalten, Leuchau!"), von den Sitzen. Mit stehenden Ovationen wurde die Band verabschiedet. Ach ja: den King hat sie noch gefunden.