Die amerikanische Faulbrut ist auf dem Vormarsch. Bislang ist die meldepflichtige und hochansteckende Erkrankung der Bienenvölker im Landkreis Kulmbach zwar noch nicht aufgetreten, doch die Nachbarkreise Kronach und Bamberg sind bereits betroffen. Veterinär Andreas Koller machte sich daher bei der Kreisversammlung der Imker in Neudrossenfeld für flächendeckende Vorsorgeuntersuchungen stark.


Sieben Fälle in Oberfranken


Allein im letzten Jahr seien in Bayern 33 neue Faulbrutausbrüche festgestellt worden, sieben davon in Oberfranken, sagte Koller. Bei der amerikanischen Faulbrut handele es sich um eine Tierseuche, die durch ein Bakterium verursacht werde. Die Sporen seien extrem widerstandsfähig. Wenn die Tierseuche frühzeitig erkannt werde, könnten die Völker noch gerettet werden.

"Wenn wir bei einer Futterkranzprobe einen Sporennachweis finden, dann bedeutet dies nicht sofort, dass es sich um einen Ausbruch handelt. Je früher man die Seuche erkennt, desto besser kann man sie eindämmen und behandeln", erklärte der Veterinär. Oft könnten Völker durch das sogenannte Kunstschwarmverfahren "gerettet" werden. Werde die Bienenkrankheit zu spät erkannt, gebe es für die Völker allerdings keine Chance mehr. Sie müssten dann mit Schwefelsäure abgetötet werden. "Im Landkreis Kronach mussten im vergangenen Jahr zwölf Völker vernichtet werden", so Koller.


Kreisverband übernimmt Kosten


Der Veterinär appellierte an die Imker, flächendeckende Futterkranzuntersuchungen zu unterstützen. Auf diese Art und Weise könnten auch geringe Sporenbelastungen frühzeitig erkannt werden.
Auch Kreisvorsitzender Matthias Fröhlich warb für das Angebot des Tiergesundheitsdienstes. Die Kosten für den Versand übernehme der Kreisverband.

Der Kreisverband bietet auch in dieser Saison Sammelbestellungen für Königinnen an und bezuschusst diese. Außerdem liegen den Verantwortlichen Sammeluntersuchungen für Honig und für Wachs am Herzen.

Vor zwei Jahren habe es solche Untersuchungen schon einmal gegeben, legte Matthias Fröhlich offen. Beim Frühtrachthonig seien in acht von 18 Proben Wirkstoffe gefunden worden, die beim Anbau von Raps verwendet werden. "Wir wollen 2018 den Fokus auf Pflanzenschutzmittel legen. Fast achtzig Parameter werden untersucht", so Fröhlich.


"Dienst an der Gesellschaft"


"Die Zukunft der Imkerei ist im Landkreis stabil", freute sich Landrat Klaus Peter Söllner und zollte den Imkern für ihren "Dienst an der Gesellschaft" größten Respekt.

Auch der Neudrossenfelder Bürgermeister Harald Hübner freute sich über das Engagement, das jeder einzelne Imker an den Tag lege.

Ein weiteres großes Thema war die Varroa-Milbe. Aktuell werde "Lithiumchlorid" als "neues Wundermittel" gehandelt. Allerdings sei dieses Mittel noch nicht zugelassen, warnte Andreas Koller.
"Man kennt die Nebenwirkungen noch nicht und die Auswirkungen, die das Mittel auf die Brut hat", so der Kreisveterinär Koller. Auch ein neues Mittel, ein Kombipräparat aus Oral- und Ameisensäure, sei noch nicht ausreichend erforscht.


Treue Mitglieder geehrt


Peter Griesbach vom Imkerverein Berndorf zeichnete den Leesauer Heinz Sesselmann mit dem Ehrenzeichen in Gold aus. Sesselmann ist seit mehr als vierzig Jahren Mitglied. Edgar Schrödel wurde für 25 Jahre Treue mit dem Ehrenzeichen in Silber geehrt.

Die Kreisversammlung ging mit einem Referat von Peter Götze zum Thema "Propolis" zu Ende. Das natürliche Desinfektionsmittel wird zur lokalen Betäubung, bei bakteriellen Infekten, gegen virale Infekte, bei Schmerzen, Pilzerkrankungen und zur Stärkung der Selbstheilungskräfte eingesetzt.