Rainer Spörl arbeitet in der Werkstätte für behinderte Menschen und freut sich, dass er so viel Aufmerksamkeit bekommt. Gerne zeigt er dem Betriebsratsvorsitzenden von Glen Dimplex, Wolfgang Michel, wie er Safranfäden abwiegt - genau fünf Gramm pro Dose.

Rainer Spörl hat einen sicheren Arbeitsplatz, wie Richard Wich, Leiter der Werkstätte in Melkendorf, betont: "Wir achten darauf, dass unsere Mitarbeiter, wenn sie älter werden, bei uns bleiben können." Diese Sicherheit wünschen sich auch 88 Prozent der Beschäftigten, die an der Beschäftigten-Umfrage von IG Metall im März teilgenommen hatten.

Bei dieser Umfrage wurden im gesamten Bundesgebiet Arbeitnehmer befragt. Allein die IG Metall Ostoberfranken gab über 6000 Fragebögen an die Firmen aus. Dazu kamen rund 800 Befragungen im öffentlichen Raum. Zurück kamen immerhin 3668 Bögen.

Unerwartet große Resonanz

Volker Seidel, Bevollmächtigter der IG Metall Ostoberfranken, war erfreut über die unerwartet große Resonanz: "Es kamen so viele Fragebögen zurück, dass die Firma, die zur Auswertung eingesetzt worden war, es nicht im vorgegebenen Zeitraum geschafft hat."

Ziel der Umfrage war es, herauszufinden, was sich die Arbeitnehmer von der Politik wünschen. Diese Ergebnisse wurden dann auch an die Parteien weitergegeben.

Wolfgang Michel war verantwortlich für eine Befragung in Kulmbach: "Die Leute im Fritz haben sich richtig Zeit genommen, sich damit befasst und nachgefragt, wenn etwas unklar war." Über die große Resonanz freut er sich besonders, denn in zwei Stunden, in denen im Fritz die Fragebögen ausgegeben wurden, kamen 154 ausgefüllte Bögen zurück.

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit

Neben unbefristeten Arbeitsverträgen wünschen sich die Befragten ein verlässliches Einkommen und ein gutes Betriebsklima. Jeweils zwei Drittel der Arbeitnehmer standen hinter der Aussage, dass ein gesetzlicher Mindestlohn von 8,50 Euro eingeführt und gleicher Lohn für gleiche Arbeit bezahlt werden sollte.

Mehr als drei Viertel der Befragten fürchten, dass die gesetzliche Rente entweder gerade so ausreichen oder nicht zum Leben ausreichen wird. Fast 80 Prozent der Befragten geben an, immer mehr in der selben Zeit arbeiten zu müssen.

An diesen Ergebnissen will die IG Metall ihre Arbeit auslegen - und nicht nur dafür war die Umfrage gut. Für jeden ausgefüllten Bogen spendete die IG Metall einen Euro für einen guten Zweck.

Die 1000 Euro Spende für die Region Kulmbach ging an die Werkstatt in Melkendorf. Rainer Spörl und die anderen 140 Mitarbeiter wollen das Geld für gemeinsame Ausflüge nutzen.

Die Zusammenfassung der Ergebnissefinden Sie online.