Die Bevölkerung wird immer älter, und immer mehr ältere Menschen müssen versorgt werden. Deshalb haben Berufe in der stationären und ambulanten Pflege Zukunft. "Unsere Schüler gehen weg wie warme Semmeln", sagt Dörte Häse, die die stellvertretende Leiterin der Altenpflegeschule in Stadtsteinach ist. Einige Absolventen, die die Schule 2011 verlassen hätten, hätten gleich drei Jobangebote gehabt. "Sie konnten sich selbst das beste Angebot aussuchen. "Das freut uns. Die Zukunftschancen sind wirklich gut", erklärt Häse.

Männer auf dem Vormarsch

In der BRK-Altenpflegeschule, die heuer ihr 30-jähriges Bestehen feiert, werden derzeit 82 Schüler unterrichtet, davon 21 Männer. "Pflegeberufe sind auch bei Männern auf dem Vormarsch", erklärt die stellvertretende Leiterin. Ein Mann, der in der Pflege seine Zukunft sieht, ist auch Nils Conrad (18) aus Ludwigsstadt. "Ich habe den Quali gemacht, war dann in der Berufsschule in Kronach und habe die Ausbildung zum Sozialbetreuer absolviert. Eigentlich wollte ich Physiotherapeut oder Heilerziehungspfleger werden, aber dann habe ich ein Vorpraktikum im Altenpflegeheim in Ludwigsstadt gemacht", erzählt Conrad, der beim Praktikum gleich erkannte, dass er in die Pflege will. "Ich wollte unbedingt etwas mit Leuten machen. Ein Beruf im Büro wäre für mich ein absolutes No-Go", sagt der 18-Jährige, der sich riesig freute, als ihm der Leiter der Einrichtung in Ludwigsstadt nach einer ersten Absage ein Lehrstellenangebot unterbreitet hat.

Der besondere Reiz

Nils Conrad hat schon einmal als Sozialbetreuer im Krankenhaus ein Praktikum gemacht. Er hofft aber, dass er nach der Schule in einem Altenpflegeheim einen Job findet. "Im Krankenhaus kann man keinen Bezug zu den Leuten aufbauen. Die sind immer nur ein paar Tage da. Aber in den Heimen schon. Mir hat mal eine Frau erzählt, wie früher so die Kirmes gefeiert wurde. Das war wirklich interessant", spricht Nils Conrad über die Reize seiner Tätigkeit.

Eine Tätigkeit, die bei vielen jungen Leuten gefragt ist. "Sie ist keine Notlösung mehr", weiß auch stellvertretende Schulleiterin Dört Häse. Für viele sei es ein Herzensanliegen, anderen zu helfen. Auch für ganz junge Leute. Der Altersdurchschnitt der Schüler im ersten Lehrjahr liege bei gerade mal 19 Jahren.

Ein glücklicher Zufall

Die meisten können sich keinen anderen Beruf vorstellen. Auch Jasmin Ammon (18) nicht. Die junge Frau spielt in ihrer Freizeit am liebsten Fußball und hat es sogar schon bis in die Bayernliga geschafft. Jetzt kickt sie für die Damen in Himmelkron. Um ihrer Ausbildung gerecht zu werden, spielt sie niederklassig. "Ich bin eigentlich ganz spontan zu dem Beruf gekommen", sagt die junge Frau aus Wirsberg, die eine Stelle als Industriekauffrau gesucht, da aber nichts gefunden hat. Nach einem freiwilligen sozialen Jahr im Rosengarten in Neuenmarkt habe für sie festgestanden, dass sie in der Pflege tätig werden will. "Es war ein Glück, dass ich dazu gekommen bin. Ich habe mich nie mit diesem Thema beschäftigt", sagt Jasmin Ammon, die davon überzeugt ist, in der Altenpflege den Traumberuf gefunden zu haben. Sie hat konkrete Vorstellungen, will nach der Ausbildung lieber in einem Heim als bei einem ambulanten Dienst arbeiten.

"So sehr wir uns über den Zulauf durch die jungen Leute freuen. Wir brauchen auch die etwas reiferen Schüler, die sich in der Pflege engagieren wollen", sagt stellvertretende Schulleiterin Dörte Häse, die weiß, dass es diese Mischung ist, "die die gute Stimmung an der Altenpflegeschule ausmacht".

Eine Zeitreise

Zur Jubiläumsfeier am morgigen Freitag bietet die Stadtsteinacher Schule ein tolles Programm: So wird unter anderem ein Parcours aufgebaut, in dem jeder "nachfühlen" kann, wie es ist, alt zu sein. Mit einer kleinen Zeitreise durch fast schon vergessene Gegenstände aus Großmutters Zeiten werden den Besuchern die Belange älterer Menschen deutlich gemacht und der Stellenwert der Altenpflege herausgestellt.