"Der Karneval ist rum, aber der Karneval in der Politik geht weiter." So begrüßte der Kulmbacher Kreisvorsitzende Michael Otte die Gäste zum politischen Aschermittwoch der FDP in Untersteinach. Und auch Albert Duin, Unternehmer, zeitweiliger FDP-Landesvorsitzender und seit Oktober Landtagsabgeordneter, hatte sich den Irrsinn in der Politik auf die Fahne geschrieben. Der Landtagsabgeordnete kritisierte als Gastredner der Partei im Vereinsheim "Alte Post" vor allem die vielen Vorschriften und die oft unverständliche Bürokratie der Behörden, die die Politik festlege.

Als langjähriger Unternehmer wisse er aus eigener Erfahrung, welche Hindernisse Vorschriften darstellen können. "Es werden teilweise Vorschriften erlassen, die keiner mehr einhalten kann. Diese müssen wir abbauen", betonte er.

Ebenso unerklärlich scheine ihm die Ferne mancher Politiker zur Realität. Er forderte deshalb, dass vermehrt Politiker in die Parlamente kommen sollten, die bereits Erfahrungen in der Wirtschaft gemacht hätten.

"Der Weg in der Politik heute ist oft vom Kreißsaal in den Hörsaal in den Plenarsaal." Wo bliebe da der Platz für die Erfahrungen aus der Arbeit, fragte der Politiker .

Sich die Auswirkungen bewusst machen

Ihm ginge es außerdem darum, sich in der Politik über die Auswirkungen des Handelns klar zu sein. Viel zu oft finde ein zu einspuriges Denken statt. Dazu führte er exemplarisch die Debatten um Elektrofahrzeuge auf. Es gebe im politischen Gespräch keine Alternative mehr zum Elektroauto. "Es gilt: Das oder gar nichts. Das grenzt an Ideologie", so Duin.

Möglichkeiten sehe er im ergebnisoffenen Forschen. Ansonsten käme die Politik nicht voran.

Zwei Themen seien ihm zudem besonders in Bezug auf die Debatte der Energiewende wichtig. Ziel der Politik dürfe nicht der Bau von noch mehr Windkraftwerken sein. Stattdessen müsse die Forschung gezielt in Speicherungsmöglichkeiten der gewonnen Energie gehen. Nur dann könne die Energiewende gelingen.

Auf das Thema Energiewende war vorher bereits der Bezirksvorsitzende Thomas Nagel eingegangen. Er machte in seiner kurzen Ansprache noch einmal deutlich, dass die FDP für regenerative Energien. "Photovoltaik ja, aber an vernünftigen Standorten", sagte Nagel.