Von einem Unfallschwerpunkt will Verkehrserzieher Peter Schütz nicht sprechen. Denn einen richtigen Unfallschwerpunkt gibt es im Landkreis Kulmbach nicht. Wohl aber gibt es eine Stelle, an der eine Unfallhäufung zu verzeichnen ist: die Schauer-Kreuzung in Kulmbach.

Aber das ist laut Peter Schütz auch kein Wunder: "Dort handelt es sich um einen Knotenpunkt mit entsprechend viel Verkehr." Acht Mal habe es 2013 an dieser Kreuzung gekracht. In der Regel handelt es sich um Auffahrunfälle und Vorfahrtsverletzungen.

Noch eine kritische Stelle

Noch eine weitere Stelle gibt es im Stadtgebiet, an der es verhältnismäßig oft kracht: beim Kriegerdenkmal. Auffahrunfälle und Vorfahrtsverletzungen halten sich hier die Waage, "es gab keinen großen Personenschaden", so Schütz.

Eine Sache ist es aber, die in Kulmbach heraus sticht: "Am Zentralparkplatz, in der Tiefgarage und am Real-Parkplatz gibt es nach ,Parkremplern‘ relativ viele Unfallfluchten", hat der Polizeibeamte festgestellt. Das werde offensichtlich als Kavaliersdelikt gesehen.

Ein bestimmtes Profil von diesen Übeltätern gibt es übrigens nicht. Es handle sich um junge und alte Fahrer, um Männer und Frauen.

Peter Schütz weist darauf hin, dass es den Führerschein kosten kann, wenn jemand nach so einem Bagatell-Fall das Weite sucht. "Das ist eine Straftat", sagt er und weist auf eine "vernünftige Aufklärungsquote" hin. Deshalb sollte sich jeder gut überlegen, ob sich das Risiko lohne. Es reiche auch nicht aus, einen Zettel mit seinen Kontaktdaten zu hinterlassen. Schütz rät in solchen Fällen, die Polizei zu informieren. Denn meist drohe nur eine mündliche Verwarnung, im schlimmsten Fall eine Zahlung von maximal 35 Euro.

Was in der Unfallstatistik 2013 zunächst zwar ins Auge springt, aber bei näherer Betrachtung relativ unspektakulär sei, ist die Zahl von fünf Schulwegunfällen. "Einen typischen Bushaltestellen-Unfall hatten wir nicht."
Obwohl die Zahl der Unfälle im Jahr 2013 im Vergleich zum Vorjahr etwas gestiegen ist, ist die Zahl der Verletzten laut Polizeiangaben zurückgegangen. "Das gilt auch für die schwer Verletzten."

Während sich 2012 noch 27 Alkohol-Unfälle ereigneten, waren es im Jahr darauf nur noch 21. Einen Todesfall wegen Alkohol am Steuer wurde im Gegensatz zu 2012 in 2013 nicht registriert. Und auch weniger Verletzte hat es hier gegeben (neun statt elf).

Zu schnell, zu nah

Wesentlich häufiger als Alkohol sind dagegen nicht angepasste Geschwindigkeit (2012: 148; 2013: 147) und zu geringer Abstand (2012: 222; 2013: 253) der Grund, dass es auf den Straßen in Stadt und Landkreis Kulmbach gekracht hat.

Eine Unfallursache, die es in der Vergangenheit noch nicht gab, rückt bei der Polizei immer mehr in den Fokus: Handys und Smartphones, die die Fahrer ablenken. "Sobald man ein Handy in die Hand nimmt während der Motor läuft, begeht man eine Ordnungswidrigkeit", stellt Schütz fest. 40 Euro und ein Punkt in Flensburg sind die Folge. Natürlich weiß er, dass hier die Dunkelziffer enorm hoch ist. Aber er warnt vor der Benutzung des Mobiltelefons beim Autofahren, denn: Bei schweren Unfällen wird das Handy sogar von der Polizei ausgewertet: Hat es eine Ablenkung durch ein Telefonat oder eine Kurznachricht gegeben?