Die Auffahrt auf die A 9 bei Himmelkron, die in Richtung Bayreuth/Nürnberg seit vielen Wochen gesperrt ist, wird zumindest teilweise wieder geöffnet. Und zwar jeweils von Mittwoch, 10 Uhr, bis Montag, 4 Uhr. Das hat der Leiter der Außenstelle Bayreuth der Autobahndirektion Nordbayern, Thomas Pfeifer, am Dienstag bei einem Ortstermin bekanntgegeben, an dem auch Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner und Bürgermeister Gerhard Schneider (beide CSU) teilgenommen haben.

"Das reicht uns nicht"

Was wohl viele Autofahrer zumindest etwas aufatmen lässt, stellt etliche Geschäftsleute aber nicht zufrieden. "Das reicht uns nicht", sagt beispielsweise Werner Kauper vom "Fichtelgebirgshof", der seit der Sperrung große Umsatzeinbußen verzeichnet hat. Busse seien nicht mehr gekommen, das Geschäft laufe auf Sparflamme. Laut Tochter Tina Kauper ist die Rezeption zurzeit mehr "Touristinfo". "Auch Leute, die nicht unsere Gäste sind, halten bei uns an und fragen, wie sie wieder auf die A 9 kommen."

"Gut für Himmelkron"

Er habe die Sperrung, die im Zuge der Instandsetzung der Lanzendorfer Talbrücke vorgenommen worden ist, selbst deutlich zu spüren bekommen, stellte auch Bürgermeister Gerhard Schneider fest. Nicht nur, weil ihn unzählige Anrufe und Mails erreicht hätten. Viele Autos mit Kennzeichen aus dem gesamten Bundesgebiet hätten die Umleitung durch seinen Wohnort Kremitz gesucht. "So etwas habe ich noch nicht erlebt."

"Gute Nachricht für Himmelkron"

Dass die Zufahrt an fünf Tagen wieder geöffnet wird, bezeichnete Schneider als "sehr gute Nachricht" für Himmelkron. Vor allem Gastronomie-Betriebe wie auch die Speditionen würden unter der Sperrung leiden. Dass mit einer solchen Großbaustelle ("Wir wollten die Maßnahme ja") Beeinträchtigungen einhergingen, sei unumgänglich, so der Bürgermeister, der sich über die jetzt gefundene Lösung freute.

Bis November

Wie Thomas Pfeifer mitteilte, soll die Fünf-Tage-Öffnung bis zum Abschluss der Sanierung der Talbrücke im November Bestand haben. Der Sprecher der Autobahndirektion machte deutlich, dass die 20 Millionen Euro teure Maßnahme in dem stark frequentierten Autobahnabschnitt eines der anspruchsvollsten Projekte in Oberfranken ist. Durch die Umstellung auf zwei Fahrspuren in beide Richtungen habe sich die Lage schon erheblich entspannt. Die Auswertung der Videoaufzeichnungen habe jetzt gezeigt, dass außer am Montag und Dienstag, zwei Tagen, an denen der Verkehr in Richtung Süden seine Spitze erreiche, die Öffnung der Auffahrt möglich sei. Auf Digitalanzeigen werde auf der B 303 künftig darüber informiert, ob die Zufahrt offen oder zu ist.

Lob für Autobahndirektion

Die Öffnung sei auch in ihrem Büro immer wieder angemahnt worden, sagte MdB Emmi Zeulner. Die Autobahndirektion habe die Sorgen der Himmelkroner ernst genommen und reagiert. Die Wirtschaft wie auch die Autofahrer würden von der neuen Regelung profitieren.

"Die Lage hat sich entspannt"

Dass sich die Situation für die Firmen wie auch die Gastronomie verbessern wird, das steht für Jürgen Stübinger von der "Frankenfarm" außer Frage. Doch wie "Fichtelgebirgshof"-Chef Werner Kauper hatte er sich mehr erhofft. "Ich denke, dass die Auffahrt komplett wieder geöffnet werden könnte", sagte Stübinger. "Ich beobachte die Verkehrssituation Tag für Tag und habe festgestellt, dass sich die Lage seit der Reduzierung von fünf auf vier Fahrstreifen erheblich entspannt hat."