Lange hat Gerrit Günther aus Marktschorgast nicht gebraucht, um alles, was er sich gewünscht hat, zu bekommen. Auf dem Zentralparkplatz her er eine hölzerne Maria mit Kind und ein buntes Tuch gekauft. "Die Madonna kommt in eine Felsenwand und beschützt dann die Leute, die im Goldbergsee baden", sagt er.
Doch er ist nicht der Einzige, der fündig geworden ist. Das herrliche Herbstwetter lockte Tausende von Menschen in Kulmbachs Innenstadt. Es gab Kaufwillige auf der Suche nach Antiquitäten, oder auch nur Shopping-Fans, die einfach mal "schauen wollten". Und selbst die, die eigentlich gar nichts suchten, wurden fündig. Hermann Müller beispielsweise. Stolz und mit einem zufriedenen Lächeln holt er kleine, unauffällige Glasplatten, die in sichtlich gealtertem Papier eingepackt sind, hervor und hält sie gegen das Licht. Die genauen Bildmotive sind nur zu erahnen. Doch eins ist klar: Es handelt sich um ur-alte Fotografien - möglicherweise aus dem Nachlass des Kulmbacher Malers Michel Weiß. Schon jetzt freut sich Müller, der ein Faible für die Stadtgeschichte hat, darauf, die Bilder zu enträtseln und die Vergangenheit in den Motiven zu entdecken. "Vielleicht ist ja Michel Weiß auch auf den Bildern."
Tatsächlich begeistert der Innenstadtflohmarkt junge und ältere Besucher. Die Kinder drängen natürlich zuerst Richtung Marktplatz. Denn dort gibt es nur ausrangierte Kinderspielsachen. "Ich habe eine Puppenstube von der Oma, aber meine alten Barbiepuppen sind der Renner", erklärt "Verkäuferin" Mona Prawitz (9) stolz. Nach knapp einer Stunde hat sie schon 13 Barbiepuppen, mit denen sie selbst nicht mehr spielt, an andere Kinder verkauft. Auch Nintendo DS-Spiele gehen an den Ständen weg.
Und wenn etwas verkauft wird, dann freuen sich auch die Schnäppchenjäger. Dieter Hübner hat eine ganze Tasche voller Autos für den Enkel ergattert. "Der mag Autos so gerne, kennt sich ja besser aus als ich", freut sich der Opa schon auf das sicherlich strahlende Gesicht des Enkelkindes.