Eigentlich hatte die Idee, in Kulmbach auf dem Mönchshofgelände einen Gebrauchtwagenmarkt ins Leben zu rufen, durchaus ihren Reiz. Der Service-Club "Round Table Kulmbach" hat an all diejenigen gedacht, die ein günstiges Winterauto suchen, aber auch an die Verkäufer aus Kulmbach, die sonst über Internetportale ihre Autos anbieten möchten. "Es ist doch viel persönlicher, wenn man ein Auto anschauen kann, wenn man mit dem Verkäufer sprechen kann", sagt Florian Drechsler. Und zudem wollte man mit der Standgebühr in Höhe von 15 Euro dem Museumspädagogischen Zentrum etwas Gutes tun. Die Mitglieder des Serviceclubs "Round Table" haben Kuchen gebacken und schenkten Kaffee und Getränke aus. Und auch der Erlös sollte dem Mupäz zugute kommen.

Im vergangenen Jahr, beim ersten Versuch, einen solchen Flohmarkt zu etablieren, boten exakt fünf Verkäufer ihren Gebrauchten an. Doch immerhin der Interessentenzuspruch war recht gut. In diesem Jahr erhofften sich die "Round Tabler" viel mehr. Schließlich war die Aktion bekannt, die Vorbehalte hätten eigentlich verflogen sein müssen.

Wieder nur fünf Autos

"Aber in diesem Jahr war die Situation fatal. Wir hatten wieder fünf Autos zum Verkauf, eines davon war von mir", sagte Florian Drechsler. Um den Verkäufern ein Forum zu bieten, hatten die "Round Tabler" angeboten, dass die Autos schon am Vorabend angeliefert werden könnten. "Aber nur ein einziger hat davon Gebrauch gemacht", sagt Drechsler.

Und dieses eine Auto stand auch am längsten auf dem Mönchshofgelände - auch noch über die Mittagszeit, als die "Round Tabler" schon längst ihren Stand abgebaut hatten und aufgegeben hatten. Das Auto, das so einsam und verlasen auf dem Mönchshofgelände parkte, war ein ein alter VW Golf. Das Gefährt hat 14 Jahre auf den Buckel und 190.000 Kilometer auf dem Tacho und sollte für 1550 Euro den Besitzer wechseln. "Nein, es hat noch niemand angerufen", sagten die Verkäufer, die ihre Telefonnummer hinter der Windschutzscheibe hinterlassen hatten und waren ebenfalls sichtlich enttäuscht.

Veranstalter enttäuscht

Doch auch Florian Drechsler machte keinen Hehl aus der Enttäuschung über die Resonanz auf die gut gemeinte Aktion. "Wir haben im Vorfeld 5000 Flyer verteilt und wir haben in Zeitung und Radio Werbung für die Veranstaltung gemacht. Richtig viel Werbung", sagt Florian Drechsler. Doch damit nicht genug: Er hatte zudem noch all die Kulmbacher angeschrieben, die ihren Gebrauchten derzeit auf der Internetplattform mobile.de feilboten. "Aber das hat auch nichts gebracht", zeigt sich Drechsler resigniert.

Könnte es vielleicht sein, dass die Standgebühr von 15 Euro die Verkäufer abschreckt? "Kann sein, ich kann mir das nicht erklären. Aber das Geld ist ja für einen guten Zweck - natürlich kann man in der Internetplattform seinen Gebrauchten kostenlos anbieten", sagt Drechsler.

Kaffee und Kuchen blieb übrig

Eigenartigerweise zog die Aktion auch keine Zaungäste, die normalerweise zu Charity-Aktionen kommen. "Wir hatten Kaffee und Kuchen und haben dann alles wieder mit nach Hause genommen, wir waren selbst unsere besten Kunden", bedauerte Drechsler die vergebene Liebesmüh und sprach damit dem ganzen "Round Table-Team" aus der Seele.

"Da das Interesse offenbar überhaupt nicht vorhanden ist, werden wir definitiv keinen Autoflohmarkt mehr machen. Nein, das hat keinen Sinn", sagt Drechsler ein bisschen enttäuscht. Deshalb wird der zweite Autoflohmarkt auf dem Mönchshofgelände mit Sicherheit der letzte gewesen sein.