Irina Sartison denkt noch gerne an ihre Hochzeit in Russland im Jahr 1954 zurück. "Damals, das war echt schön”, sagt sie. In eine Kirche zu gehen oder gar darin zu feiern, daran war damals aber nicht zu denken. "Das war zur damaligen Zeit in Russland verboten”, erinnerte sich das Jubelpaar an seinem gestrigen Festtag. "Wir hätten schon gerne in einer Kirche gefeiert, aber das ging halt nicht.”

Doch davon hat sich das russische Liebespaar nicht entmutigen lassen. Die zwei Verliebten mieteten sich einen großen Raum in einem gewöhnlichen Haus, in dem alle Gäste Platz hatten. Und dann wurde geheiratet am 23. Januar vor genau 60 Jahren. Eine Doppelhochzeit, um genau zu sein, denn am gleichen Ort und Tag feierte auch Adolf Sartisons Bruder Hochzeit.

Jetzt sind die Sartisons schon seit 60 Jahren verheiratet und damit für viele ein Vorbild. Was ist das Geheimnis ihrer lang anhaltenden Ehe? "Ich bin schuld, ich habe ihr den Antrag gemacht”, witzelte Adolf Sartison. "Naja, wir passen halt einfach gut zusammen”, sind sich beide einig.


Sechster Urenkel ist unterwegs

Irina und Adolf haben drei gemeinsame Söhne, die ihnen auch schon sechs Enkel beschert haben. Urenkel hat das Paar auch schon fünf, der sechste ist gerade unterwegs. "Und das sind alles nur Jungs. Jetzt soll es endlich mal ein Mädchen werden”, sagte Ehemann Adolf Sartison. Innerhalb der Familie herrscht ein großer Zusammenhalt. Da im Alter vieles nicht einfacher wird, helfen Irina Sartisons Schwiegertöchter fleißig im Haushalt der Eheleute aus, wofür sie auch sehr dankbar ist.


Abschied aus Sibirien

Die Familie ist dem Jubelpaar sehr wichtig. Da die Heimat bekanntlich dort ist, wo auch die Familie ist, hat sich das Paar 1957 zum Umzug nach Deutschland entschieden, da hier ihre restliche Familie wohnte. Der Abschied von Sibirien fiel dem Paar gar nicht so leicht. "Das war anfangs gar nicht so einfach”, erinnerte sich Irina Sartison.

Bis das Paar schließlich in ihrer beschaulichen Wohnung in der Gabelsberger Straße angekommen war, war es ein langer Weg. Zunächst wohnten die Sartisons in Mainleus in der Oberen Au, bis sie sich schließlich endgültig in Kulmbach niederließen. Hier fühlt sich die Familie richtig wohl. "Wir sind froh, dass wir alle hier mit unserer Familie zusammen leben können”, sagen die Eheleute. "Uns gefällt es hier sehr”, meint Adolf Sartison. "Kulmbach ist zwar nicht so groß, aber irgendwie ist immer etwas los.”

Gefeiert wird am Samstag

Ein großes Fest zum Jubiläum gab es am heutigen Donnerstag nicht. "Unsere Kinder müssen heute alle arbeiten.” Die Feier wird am Samstag nachgeholt. Dafür kamen gestern zum Gratulieren Kulmbachs Dritter Bürgermeister Frank Wilzok und stellvertretender Landrat Jörg Kunstmann. Sie überbrachten dem Jubelpaar Glückwünsche und einen Blumenstrauß. Adolf Sartison, der noch top in Form ist, plante schon weiter voraus und lud die offiziellen Gratulanten zur nächsten Familienfeier ein: "Zum 70. Hochzeitstag können Sie ja wieder kommen.”