Adventskonzerte gibt es derzeit viele: Doch es kommt nicht oft vor, dass die Petrikirche wegen eines immensen Besucheransturmes aus den Nähten platzt, dass alle Emporen bis auf den letzten Platz belegt sind und noch Zuhörer stehen müssen. Das Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasium allerdings hat dies wieder einmal geschafft. "Unser Adventskonzert ist weit über die Schule hinaus bekommt. Es wird festlich und abwechslungsreich - und mehr als 150 Schülerinnen und Schüler wirken mit", kündigte Schulleiter Horst Pfadenhauer an und machte keinen Hehl daraus, dass er stolz auf jeden Einzelnen ist, der in den Ensembles mitwirkt, der sich für "sein" MGF engagiert.

Denn die Schüler haben viele Proben auf sich genommen, sind länger in der Schule geblieben, haben sich engagiert und fleißig geübt. In diesem Jahr kam nicht nur die große MGF-Familie mit Freunden, Ehemaligen, Eltern und Verwandten, sondern auch einige Gäste der Himmelkroner Heime waren geladen.

Schon der Auftakt des Konzertes war äußerst effektvoll. Im abgedunkelten Gotteshaus gaben die Sänger des Chores "Creator alme siderum" zum Besten. Dabei handelte es sich um einen anspruchsvollen gregorianischen Choral aus dem siebten Jahrhundert. Mit viel Fingerspitzengefühl sangen die Sängerinnen und Sänger den ur-alten Hyymnus und zauberten schon mit diesem ersten Song Gänsehautstimmung in die Petrikirche.

Bis das Motto des Adventskonzertes allerdings gesungen wurde, mussten sich die Zuhörer noch ein bisschen gedulden. Denn erst als allerletztes Lied sangen der Chor und der Unterstufenchor "Brightly shines the star of wonder" - das Motto des Adventskonzertes 2015. Respekt muss vor allem der neuen Unterstufenchorleiterin Susanne Hofmann gezollt werden. Denn sie hat die Neulinge am MGF innerhalb weniger Wochen seit Schulbeginn zu ernstzunehmenden Chormitgliedern "geformt". Und der engelsgleiche Reiz der Kinderstimmchen kam beim Titelsong des Konzertes bestens zur Geltung. Aber auch mit Johann Sebastian Bachs "In dulci jubilo" und bei John Rutters "Angels" Carol" konnten die jüngsten Interpreten des Abends überzeugen.

Allen Freunden niveauvoller Chormusik ging beim Auftritt des Chores unter der Leitung von Hubertus Baumann das Herz auf. Denn jeder einzelne Sänger gab sein Bestes - und die Stimmgewalt des Chores sorgte für Begeisterung. Der Chor hatte für das große Adventskonzert "Der Weg nach Bethlehem" einstudiert, eine äußerst einfühlsame Version des Spirituals "Go down Moses". Und bei dem zeitgenössischen Salzburger Ave Maria von Lorenz Maierhofer gingen den Menschen in der Petrikirche die Herzen auf. Hubertus Baumann setzte beim Ave Maria auf Echo-Effekte - ein Teil des Chores sang von den Emporen herab.

Das Orchester hatte aber auch einen echten Ohrenschmaus zu bieten: Barbara Baumann hatte mit den versierten Instrumentalisten den zart-verträumten Kanon in D von Johann Pachelbel einstudiert und "Winter Wonderland", eine zauberhafte moderne Melodie, die jeder kennt. Mit hauchzarten Pizzicatti simulierten die Streicher den Schneefall, der in diesem Jahr so lange auf sich warten lässt - und verzauberten die Zuhörer.

Aber auch die Nachwuchs-Streicher, die im Vororchester von Dörte Vaihinger-Görg sind, wussten zu begeistern. Zehn Streicher spielten das Menuett aus der Aylesford-Suite von Georg-Friedrich Händel und "Es ist für uns eine Zeit angekommen" - ein Schweizer Sternsingerlied. Allerdings stehen die Nachwuchsgeiger aus den fünften Klassen bereits in den Startlöchern. Bange um die Zukunft der Streicher muss den Fans der MGF-Konzerte also nicht sein. Spätestens nach Weihnachten werden die Neu-Streicher zum Vor-Orchester dazu stoßen, um erste Ensembleerfahrungen zu sammeln.

Ein weiteres neues Gesicht beim Schulkonzert des MGF war Klaus Hammer. Er hat seit diesem Schuljahr das ensemble in b unter seine Fittiche. Engagiert und mit viel Elan präsentierte Hammer mit seinen Mannen Songs, deren Reiz nie vergeht: "We wish you a merry christmas", "Hark the herald angels sing" und "Jingle Bells". Und das Vokalensemble, passionierte Sänger auf höchstem Niveau, nahm den Ball der Bläser auf. Auch die Vokalisten gaben "Jingle Bells" zum Besten, aber in einer völlig anderen Version. Außerdem hatte Barbara Baumann mit dem Vokalensemble noch das "Irish Carol" einstudiert.
Beim großen Adventskonzert sorgte das Instrumentalensemble mit der Favotte und der Gigue aus der Orchestersuite von Johann Sebastian Bach für Streicherklänge der klassischen Art. Und das Saxophonsensemble, das Eddie Stübinger leitete, steuerte "Spiritual Contrasts" zum Gelingen des Abends bei.

Die zahlreichen Zuhörer jedenfalls waren begeistert und zollten den Leistungen der Schüler größten Respekt. Auch in diesem Jahr hatte das Konzert in der Petrikirche wieder ein Niveau, as seinesgleichen sucht.