Mehrere Zeugen wurden gehört, ein Urteil allerdings noch nicht gesprochen. Das Gericht vertagte die Verhandlung kurzerhand, weil erst noch ein Gewässergutachter sowie Familienmitglieder des Angeklagten als Zeugen vernommen werden sollen.

Am Morgen des Nikolaustages 2014 traute der Ortssprecher des Dorfes seinen Augen nicht. "Der Feuerlöschteich war komplett schwarz", sagte er vor Gericht aus. Das bestätigte auch der Polizeibeamte der Inspektion in Stadtsteinach. Er war vom Bürgermeister gerufen wurden, der wiederum vom Ortssprecher verständigt worden war. Der Schlauch auf dem Anwesen des Angeklagten war jedenfalls schnell ausgemacht.

Von dort aus floss die Gülle in einen Schacht und von diesem wiederum durch ein Rohr in den Feuerlöschteich. So jedenfalls die Beobachtungen des Ortssprechers. Es müsse nachts passiert sein, sagte er. Am Vormittag seien sogar noch Reste aus dem Schlauch gelaufen.


Böswilliger Angriff?


Der Angeklagte wies diese Darstellung weit von sich. Erst Anfang November habe er seinen Gülleschacht vollständig geleert, da die Ausbringung nur bis Mitte November gestattet ist. Vorstellbar wäre nach Angaben des Landwirts höchstens, dass sich mit Jauche versetztes Oberflächenwasser den Weg in den Dorfteich gesucht habe.

Rohre oder Schläuche seien aber keinesfalls im Einsatz gewesen, höchstens zu einem anderen Zeitpunkt und dann nur zum Waschen von Maschinen. Der Angeklagte vermutete vielmehr einen böswilligen Angriff des Ortssprechers und Nachbarn. Das Verhältnis sei etwas angespannt, berichtete er.


Im Sommer abgelassen


Schon zwei Jahre zuvor habe es Probleme wegen eines ähnlichen Vorfalls gegeben. Allerdings hatte auch ein weiterer Nachbar und sogar der Polizist den Schlauch und die Schaumbildung im Bach gesehen.

Ganz offensichtlich war der Löschteich schon mehrfach voller Gülle gelaufen. Sogar das Landratsamt sei bereits informiert gewesen und hatte die Order ausgegeben, beim nächsten Mal gleich die Polizei zu verständigen, so berichtete der Beamte aus Stadtsteinach. Im Sommer war der Teich ausgebaggert worden.

Die Verhandlung wird im November mit der Einvernahme der neuen Zeugen fortgesetzt.