Zwei Ereignisse haben das zurückliegende Jahr bei den Waldbauern im Raum Kulmbach geprägt: der Orkan Niklas und die extreme Hitze und Trockenheit während des gesamten Sommers. Von Niklas sei Nordbayern zwar weitgehend verschont geblieben, doch habe der Orkan dennoch Auswirkungen auf die Preise gehabt, sagte Vorsitzender Rudolf Hafner bei der Jahresversammlung der Waldbesitzervereinigung Kulmbach/Stadtsteinach.
Auch von Käferkalamitäten seien die Waldbesitzer weitgehend verschont geblieben. "Wir sollten uns aber nicht zu früh freuen, wer weiß, was noch kommt", so Hafner mit Blick auf den extrem heißen Sommer.

Für Ralf Petercord von der Bayerischen Landesanstalt für Wald- und Forstwirtschaft ist das Trockenjahr 2015 ein ganz klares Zeichen für den Klimawandel. Natürlich sei es immer schon mal extrem warm und auch extrem kalt gewesen, doch diese Extreme häuften sich. So seien zum Beispiel die drei wärmsten Jahresdurchschnittstemperaturen während der zurückliegenden 100 Jahre in den vergangenen 15 Jahren gemessen wurden.


"Das wird noch schlimmer"


"Das wird noch schlimmer werden", sagte Petercord. Die Situation werde die junge Generation und auch die Waldbesitzer böse treffen.

Er meinte damit, dass Schädlinge ihre Verbreitungsgebiete ändern, dass sie aufgrund einer schnelleren Generationenfolge auch schneller zunehmen und dass sich verstärkt Arten breit machen, die es früher hierzulande gar nicht gab. "Setzen sie deshalb auf Waldumbau und auf Waldverjüngung", richtete er einen Appell an die Waldbesitzer. "Nutzen sie jetzt ihren Wald, machen sie jetzt Holz", sagte Petercord getreu dem Motto: "Stammholz raus und Kronenholz raus."

Eine einzelne Baumart wollte er allerdings nicht empfehlen. Er setzte dagegen auf eine Mischung. Freilich sei die Fichte im Moment am anfälligsten.


Kulmbach setzt auf Laubholz


Überhaupt scheint der Appell in Kulmbach bereits angekommen. Geschäftsführer Theo Kaiser konnte bei der Forstpflanzenvermittlung im zurückliegenden Jahr mit rund 37 Prozent bereits einen großen Anteil an Laubholz vermelden. Weit vorne liege dabei die Buche mit einem Anteil von 24 Prozent an den insgesamt weit über 74 000 Pflanzen.

Auch Kaiser appellierte an die Waldbesitzer, die Bestände regelmäßig zu kontrollieren. Ein besonderes Augenmerk sollten sie dabei besonders auf den Kupferstecherbefall richten. Käferbäume und Brüche müssten umgehend entfernt werden.

Die Waldbesitzervereinigung Kulmbach/Stadtsteinach hat aktuell 1725 Mitglieder, das sind 40 mehr als im Vorjahr. Zusammen bewirtschaften sie eine Waldfläche von 11 400 Hektar, was einem Zuwachs von 140 Hektar gleichkommt. Insgesamt wurden nach den Worten des Vorsitzenden im vergangenen Jahr 37 000 Festmeter Holz im Auftrag der Mitglieder vermarktet.


Energieholz nicht mehr so lukrativ


Während Hafner die Preise insgesamt als akzeptabel bezeichnete, seien die Erlöse beim Energieholz nicht mehr so lukrativ. Schuld daran sind zum einen der milde Winter, zum anderen die niedrigen Rohölpreise. Einen stabilen Markt gebe es dagegen noch beim Scheitholz.

Kaiser berichtete bei der Fichte von einer lebhaften Nachfrage nach Sägeholz und von kontinuierlich hohen Erlösen beim Rundholz. Auch bei der Kiefer gebe es gute Absatzmöglichkeiten.


Durchforstung wichtig


Die guten Preise sollten deshalb auch für Durchforstungen genutzt werden. "Seit 2012 haben wir sowohl bei der Fichte, als auch bei der Kiefer stabile Preise auf ansprechendem Niveau", sagte der Geschäftsführer. Allerdings musste er auch für die Industrieholzsortimente, also für Brennholz, aber auch für Paletten und Papierholz zurückgehende Umsätze verzeichnen.