Eigentlich mag ich's ganz gerne, wenn sich jemand um mich sorgt. Wenn jemand zum Beispiel sagt: "Vorsicht, Stufe", dann denke ich mir "Oh wie nett" und sage "danke!" - auch wenn ganz, ganz hinten im Kopf eine renitente kleine graue Zelle motzt: "Was soll der Mist, seh' ich doch selber...."

Was ich allerdings gar nicht leiden kann, ist, wenn mir eine Maschine ständig dazwischen redet: Tu dies nicht, tu das...

Im Auto zum Beispiel. Mein eigenes Auto ist eher so ein Typ wie ich: Zügig fahren und die Klappe halten. Das große Auto, das ich mir neulich geliehen hatte, war da anders drauf. Ständig wurde ich ermahnt. Kein Sicherheitsgurt? Drei Pieptöne, die in ein schrilles Pfeifen übergehen. Tür aufmachen bei angeschaltetem Fahrlicht? Hektisches Gehupe. Beim Überholen auf der Autobahn den Motor ein bisschen hoch drehen? Wildes Geblinke auf dem Display am Armaturenbrett.

Gänzlich zur Nervensäge mutierte das Auto, als ich rückwärts in eine Parklücke rangierte. Das piepte und piepte schon, als noch gar kein Hindernis in Sicht war. Das Piepen steigerte sich und wurde schrill, als die Stoßstange des anderen Autos noch ganz weit weg war, und nahm schließlich eine hysterische Note an, obwohl immer noch gut 40 Zentimeter Platz zwischen beiden Stoßstangen war.

Damit war das Repertoire dieses Autos zum Glück erschöpft. Aber es soll ja schon Modelle geben, die den Fahrer noch öfter ermahnen: Wenn er nicht mehr nüchtern ist, wenn er Gefahr läuft einzunicken, wenn er sich zu sehr der Fahrbahnmitte nähert oder wenn im Winter - oh Wunder! - irgendwo die Straße glatt ist.

Irgendwann wird man wohl auch ein Auto entwickeln, das dem Fahrer beim Einsteigen sagt: "Sorry, aber so wie du heut' drauf bist, fahre ich besser ohne dich."

Und wissen Sie was? Bei manchen Menschen wäre das sogar gut so.