Nach 30 Jahren hat Monika Rosenberger den Vorsitz der Frauen-Union Kulmbach in jüngere Hände gegeben. Als Dank für diese Leistung wurde Rosenberger zur Ehrenvorsitzenden ernannt. Eine Auszeichnung, die ihre Nachfolgerin Jennifer Grafunder gleich als erste Amtshandlung vornehmen durfte. Monika Rosenberger: "Ich wollte einfach mein Amt an eine jüngere Kandidatin abgeben und zugleich wurde der gesamte Vorstand etwas verjüngt." Die Bayerische Rundschau sprach mit der neuen Vorsitzenden, Jennifer Grafunder (32).

Frau Grafunder, erzählen Sie kurz ihren beruflichen Werdegang und wie Sie zur Frauen Union gekommen sind.
Jennifer Grafunder: Nach dem Studium der Neueren Geschichte, Politik- und Wirtschaftswissenschaften und Auslandsaufenthalten in Madrid und Buenos Aires bin ich als Quereinsteigerin in die Personalsachbearbeitung gekommen und habe nebenberuflich den Abschluss als Personalfachkauffrau (IHK) gemacht. Aktuell bin ich als Personalsachbearbeiterin tätig. Seit drei Jahren lebe ich in Kulmbach, und mein Wunsch war groß, mich aktiver am Stadtleben zu beteiligen und mich politisch für meine neue Heimat einzusetzen. Die Frauen-Union sehe ich als idealen Ausgangspunkt, denn sie beschäftigt sich mit hochaktuellen gesellschaftlichen Fragen wie Gleichstellung, Vereinbarkeit von Beruf und Familie oder die Generationengerechtigkeit.

Sie sind ein neues Gesicht in der Politikszene Kulmbachs. Sehen Sie das Vor- oder als Nachteil?
Engagement ist ein Grundpfeiler gesellschaftlichen Zusammenhalts und Weiterkommens. Bei mir drückte sich dies schon in der Schulzeit als Schüler- und Stadtschülerratsmitglied aus und begleitete mich auch auf der Universität. In Zusammenarbeit mit dem neuen Vorstandsteam und mit Unterstützung der erfahrenen Mitglieder des Ortsverbandes werden wir die vor uns liegenden Herausforderungen erfolgreich angehen - davon bin ich überzeugt.

Sie treten ein großes Erbe an, denn ihre Vorgängerin Monika Rosenberger führte die Kulmbacher Frauen Union 30 Jahre lang. Wo wollen Sie Ihre Schwerpunkte setzen?
Monika Rosenberger hat über viele Jahre erfolgreich die Frauen-Union mit Veranstaltungen, Exkursionen oder hohem Engagement bei Wahlkämpfen und Parteiveranstaltungen gestaltet. In den letzten Jahren ist es allerdings sehr ruhig um die Frauen-Union geworden. Es gilt nun, den Ortsverband medial ins 21. Jahrhundert zu führen, präsenter zu werden und wieder durch Veranstaltungen Themen unserer Zeit anzusprechen. Gerade hierbei müssen auch jüngere Zielgruppen angesprochen werden.

Wird es schwerer oder leichter, junge Frauen für die Politik zu gewinnen?
Definitiv schwerer. Zumal sicherlich der demografische Faktor eine Rolle spielt. Es ist eine große Herausforderung aller politischen Gruppen, junge Neumitglieder zu gewinnen und dauerhaft einzubinden. Denn wir brauchen nicht nur Mitglieder auf dem Papier, sondern engagierte Frauen, die sich den gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Herausforderungen der Zukunft stellen wollen und ihren Beitrag in der Diskussion und bei der Erarbeitung konkreter Lösungsansätze leisten möchten.


Die Hauptversammlung

Wie die scheidende Vorsitzende Monika Rosenberger betonte, wurden in ihrer Amtszeit viele Veranstaltungen politischer oder gesellschaftlicher Art angeboten. Gemeinsam mit der CSU haben sich die Frauen auch bei den Kommunalwahlen im starken Maße engagiert. Monika Rosenberger: "Wir waren wirklich sehr aktiv, hatten bisher 48 Mitglieder und haben heute einige neue Mitglieder dazu bekommen."
Die neu gewählt Vorsitzende der Frauen Union, Jennifer Grafunder, dankte Monika Rosenberger für ihre langjährige Arbeit als Vorsitzende und kündigte an, dass sie gemeinsam mit den Frauen im Vorstand neue Wege gehen will: "Die erste Aufgabe wird sein, unsere Frauen Union zu verjüngen, um den Ortsverband auch erfolgreich in das 21. Jahrhundert zu führen."
Die Neuwahlen brachten folgendes Ergebnis: Vorsitzende Jennifer Grafunder. Zweite Vorsitzende Gertrud Beyer, Schriftführerin Marion Hoffmann (Stellvertreterin Bettina Rösner), Schatzmeisterin Karin Weinmann, Beisitzerinnen Renate Isert, Stephanie Schuler, Monika Schiller, Renate Wiesel und Ellen Dumler-Naglo, Kassenprüferinnen Monika Rosenberger und Anneliese Adamek.
Oberbürgermeister und CSU-Kreisvorsitzender Henry Schramm würdigte die engagierte Arbeit von Monika Rosenberger und ehrte zusammen mit Brigitte Soziaghi langjährige Mitglieder. Für 40 Jahre Treue zur Frauen-Union wurden geehrt: Angelika Mücke, Elisabeth von Schledorn, Roselotte Hofmann, Renate Heckel, Renate Wiesel, Ellen Dumler-Naglo und Gertrud Beyer.