Die Wasserversorgung in Gumpersdorf muss wohl auf neue Beine gestellt werden. Das Landratsamt Kulmbach hatte bereits im April 2015 das bestehende Wasserschutzgebiet zwischen Gumpersdorf und Baumgarten bewertet. Zuvor hatte es bereits mehrere Vorfälle gegeben, die die Qualität des Wassers beeinträchtigten. Offenbar hatten Landwirte Gülle ausgebracht.

Weil das Wasser oberflächennah entspringt, entspricht das Schutzgebiet nicht mehr den gängigen Anforderungen. Sprich: Es ist viel zu klein. Außerdem ist ein hydrogeologisches Gutachten erforderlich, das bestätigen müsste, dass das Schutzgebiet generell aufrechterhalten werden könnte. Zudem müsste der Hochbehälter saniert werden. Über all das informierte Bürgermeister Volker Schmiechen die Gumpersdorfer bei einer internen Versammlung in der Gastwirtschaft Schuberth.


Behördenvertreter mit dabei


Rund 25 Bewohner des Ortsteils und nahezu der komplette Gemeinderat waren zu der Bürgerversammlung gekommen. Auch Vertreter des Landratsamts Kulmbach, des Wasserwirtschaftsamts Hof und des Gesundheitsamts waren zugegen. Die BR hat sich im Nachgang über den Verlauf der Versammlung informiert.

"Wir wollten bewusst die Veranstaltung intern halten, um auch detailliert auf Fachfragen eingehen zu können", erklärte Bürgermeister Volker Schmiechen. Es sei dem Gemeinderat wichtig gewesen, zuerst die Gumpersdorfer zu informieren. Bei der Dorferneuerung habe sich dieses Vorgehen bereits einmal bewährt. Neben einer Sanierung des Hochbehälters und einer Ausdehnung des Wasserschutzgebietes steht auch der Anschluss an die Rodacher Gruppe im Raum. Dieser würde rund 200.000 Euro kosten. Auf diese Summe sind der Gemeinde 67.000 Euro an Fördermitteln in Aussicht gestellt worden.

Bei dem internen Gespräch fragten die Bürger kritisch nach, zumal die Anschlusskosten auf die einzelnen Anwesen umgelegt werden: 133.000 Euro. Der genaue Betrag, der auf die Bürger zukommt, errechnet sich nach Grundstücksgröße und Geschossfläche.


Kosten etwa gleich hoch


Trotzdem scheint der Anschluss an die Rodacher Gruppe wahrscheinlich. Eine Ausweitung des Wasserschutzgebietes samt Gutachten und Sanierung des Hochbehälters würde ersten Schätzungen zufolge mindestens genauso viel kosten. Nur gäbe es auf diese Maßnahme keine Förderung. Und außerdem ist es fraglich, ob es wirklich gelingen kann, das Schutzgebiet aufrechtzuerhalten.

"Natürlich kommen Herstellungsbeiträge auf die Gumpersdorfer zu, aber bislang haben die Bürger dort noch nie bezahlt", so Bürgermeister Volker Schmiechen. Der Anschluss an die Rodacher Gruppe sei deshalb so praktikabel, weil bereits bis Ramscheid Leitungen vorhanden sind. "Die vorhandenen Leitungen sind nur 750 Meter entfernt", erläuterte Verwaltungsleiter Martin Betz auf Nachfrage.


"Ganz normal behandelt"


"Wir werden das Thema in der nächsten Gemeinderatssitzung öffentlich behandeln. Erst dann wird entschieden", sagte Volker Schmiechen. Vehement tritt der Bürgermeister dem Vorwurf der Geheimniskrämerei entgegen. "Der Punkt wird ganz normal im Gemeinderat behandelt und öffentlich diskutiert", sagte er.

Bereits im Vorfeld hatte die Plattform "Untersteinach Transparent" auf ihrer Facebookseite die Nichtöffentlichkeit des Bürgergespräches bemängelt. "Das wäre doch ein Thema gewesen, das auch die Untersteinacher interessiert hätte", so Tobias Eichner.

Tatsächlich waren einige Untersteinacher Bürger zur Versammlung gekommen und vor Ort auf den internen Charakter hingewiesen worden. Hauptkritikpunkt der Initiative an einem Anschluss an die Rodacher Gruppe ist die Tatsache, dass aktuell in Gumpersdorf nicht nach Verbrauch abgerechnet wird. "Das stimmt", betätigte Verwaltungsleiter Martin Betz. Denn erst 2013 seien in Gumpersdorf überhaupt Wasseruhren eingebaut worden. Erst jetzt ließen sich der Wasserverbrauch und die tatsächlichen Kosten ermitteln, deshalb werde man in den nächsten Monaten ohnehin eine Gebührensatzung für Gumpersdorf erlassen.