Ein großes Ereignis, das 125-jährige Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Reichenbach, wird am Wochenende wirft seine Schatten voraus. Am Samstag, 6. August, findet um 19 Uhr im Jugendheim der Jubiläumsabend mit Alleinunterhalter Werner Weiß statt. Und am Sonntagmorgen ist um 8.30 Uhr Kirchenparade mit Festgottesdient. Das Weißwurstfrühstück mit dem Musikverein Wartenfels rundet die beiden Festtage ab.
Zur Geschichte: Am 30. August 1891 berief der damalige Bürgermeister der Gemeinde Reichenbach, Johann Fischer, die männlichen Einwohner zur Feuerwehr-Gründungsversammlung ein und 32 Einwohner aus Reichenbach und Altenreuth erklärten sich spontan bereit, dieser beizutreten. Bürgermeister Johann Fischer wurde in geheimer Abstimmung zum Vorsitzenden, Schuhmacher Andreas Greim zum Kommandanten, Tappenmacher Johann Vogler zum Adjutanten, Andreas Daig junior zum Schriftführer, Schuhmacher Johann Maier zum Kassier und Ökonom Johann Vogler zum Zeugwart gewählt.


Strafgebühren für Fehlen

Die wichtigsten Ausrüstungsgegenstände waren Leiter und Reißhaken, Wasser wurde mit Eimern und Bütten zur Brandstelle getragen. Um ein einheitliches Bild abzugeben, wurde die Beschaffung von Stoff zur Anfertigung von Feuerwehrkitteln beschlossen. Und bei unentschuldigtem Fernbleiben bei Übungen waren Strafgebühren zu entrichten.

1904 zählte die Wehr 35 aktive Mitglieder, jeder hatte seinen Feuerwehrrock, Gurt und Helm, der Kommandant trug einen Federbusch und auch zwei Hornisten waren vorhanden.

1909 musste die Wehr dann erstmals bei einem Brandfall im eigenen Ort aktiv eingreifen. Beim Wohnhaus des Schmiedes Engelhard brannte das Dachgeschoss ab, größer Schaden konnte verhütet werden. Öfters musste die Wehr auswärts zu Bränden ausrücken. Bemerkenswert ist, dass während des Krieges 1914/18 der Feuerwehrschutz aufrechterhalten werden konnte.

1934 musste die Wehr ihre Einsatzfähigkeit wieder unter Beweis stellen. Wohnhaus und Scheune des Bauern Johann Wagner wurden ein Raub der Flammen, die umliegenden Gebäude konnten aber gerettet werden. An auswärtigen Wehren waren Presseck und Wartenfels vor Ort.

Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm Adolf Maier den Vorsitz der Freiwilligen Feuerwehr, Kommandant wurde Stefan Haderdauer, Schriftführer Hans Pittroff, Kassier Hans Hildner und Zeugwart Hans Thierauf.

1951 wurde die Saugpumpe, die von acht Mann zu bedienen war, durch eine Motorspritze ersetzt. Die Aktiven waren bemüht, einen guten Ausbildungsstand zu haben und es wurden Kommandanten- und Maschinisten-Lehrgänge in Regensburg und Würzburg besucht. Auch wurde die Ausrüstung durch Schutzanzüge, Hakengurte und Schutzhelme verbessert.


Gerätehaus am Jugendheim

1966 wurde dem langen Streit um die Platzfrage des neuen Gerätehauses mit Schlauchturm durch Bürgermeister Hans Pittroff ein Ende gesetzt. Er schlug den Platz am Jugendheim vor und fand volle Zustimmung. Am 21. Juli 1968 wurde das Haus dem Kommandanten Roland Maier und seinen Männern übergeben. Am Einweihungstag fand eine große Schauübung statt. 1970 bekam die Reichenbacher Wehr ein Feuerwehrauto mit Tragkraftspritze und die Wehr legte in zwei Gruppen das erste Leistungsabzeichen in Bronze ab.

Im September 1971 brach beim Anwesen Reichenbach 5 ein Feuer aus, wobei die Wehr ihre Einsatzbereitschaft beweisen konnte. Die Scheune brannte zwar völlig nieder, doch die nur vier Meter danebenstehende Halle des Nachbarn sowie alle umstehenden Gebäude konnten gerettet werden, was große Bewunderung auslöste. Im März 1972 musste die Löschgruppe bei einem Waldbrand südlich von Reichenbach eingreifen. Und im März 1973 wurde die Wehr zu einem Scheunenbrand nach Geuser gerufen und erschien als erste am Brandplatz.
Im Juni 1976 brannte in Reichenbach die Scheune von Johann Vogler, auch hier kamen keine umliegenden Gebäude zu Schaden. 1980 wurde die Wehr der Fernalarmierung angeschlossen und auf dem Gerätehaus eine Sirene installiert.Im Mai 1990 durfte ein neues Löschfahrzeug, ein Mercedes TL8 in Dienst gestellt werden.
Aktuell sind Thomas Gareis Erster und Markus Maier zweiter Vorsitzender, Martina Penzel Schriftführerin, Tobias Spindler Kassier, Oliver Schott Kommandant und Reiner Lauterbach stellvertretender Kommandant.