Das ehemalige Gasthaus "Schwarzes Roß" im Kasendorfer Ortskern bietet aktuell nicht den schönsten Anblick. Und auch Inneren liegt vieles im Argen. Im Keller sind schon große Teile eingebrochen. Mithilfe eines integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts (Isek) möchte der Markt Kasendorf Ideen entwickeln, was aus dem historischen und ortsbildprägenden Gebäude werden könnte.


Riesige Nutzfläche


Die Krux an dem Haus ist, dass es eine Nutzfläche von 1050 Quadratmetern hat. Egal, was der Markt auch unternimmt, die Sanierung wird ein Millionen-Projekt werden.

"Wir haben bisher an einen Abriss nicht zu denken gewagt, auch wegen des Denkmalschutzes, aber wir haben auch dieses Thema angesprochen", sagte Bürgermeister Bernd Steinhäuser. Doch inzwischen ist auch ein Abriss kein Tabu mehr. "Man muss sich mit allen Eventualitäten befassen", erklärte Philipp Ruhstorfer vom Planungsbüro IPU aus Erfurt.


Auch Abriss im Gespräch


Fest steht allerdings, dass der Abriss des Gebäudes nicht förderfähig sein würde - und der Denkmalschutz würde bei der Neukonzeption gehörig mitreden. Schon im Vorfeld muss klar sein, dass die Geäudekante, wie sie bislang vorgegeben ist, erhalten werden muss.

In drei Gruppen beschäftigten sich jetzt die Kasendorfer selbst mit der Zukunft des "Schwarzen Roßes". Zwei machten sich für Teams machten sich für den Erhalt stark - eine Gruppe sammelte Ideen für einen Abriss und eine komplette Neugestaltung des Areals. Möglicherweise könne eine Fassade vorgeblendet werden, man könnte einen Innenhof entstehen lassen, war die Idee.


Barrierefreier Wohnraum


Doch die Nutzungen unterschieden sich in den drei Gruppen gar nicht so sehr, stellten Juliane Kerst und Philipp Rustorfer vom Planungsbüro fest. Ganz oben auf der Wunschliste stand die Idee, durch eine Umgestaltung neuen, möglichst barrierefreien Wohnraum zu schaffen. Ob Eigentums- oder Mietwohnungen entstehen sollten, ließen die Kasendorfer offen. Vor allem Zwei- bis Vier-Zimmerwohnungen wären wünschenswert, kam bei der Sammlung heraus.

Durch die Umwandlung des "Schwarzen Roßes" in Wohnungen könnte eine Art Innenhof entstehen. Dort gäbe es dann vielleicht auch Abstellmöglichkeiten für Autos.

Doch auch andere Ideen gab es. Denn den Kasendorfern liegt der Saal, der früher in der Region berühmt war, am Herzen. So plädierten einige für eine Nutzung als Theater und Kultursaal. Auch könnte das Gebäude für Vereine, Seniorengruppen und die Jugend genutzt werden - multifunktional.


Für einen Dorfladen viel zu groß


Das ehemalige Wirtshaus könnte jedoch auch in ein Arzt- und Apothekenhaus umgewandelt werden, schwebte einigen Bürgern vor. Nur in einem Punkt waren sich alle Gruppen einig: Für einen Dorfladen eignet sich das Objekt nicht. Denn dafür ist es einfach zu groß.

"Eine Idee kam ganz neu auf: Einige Kasendorfer wünschen sich Büroräume oder eine Art Existenzgründerzentrum", zog Juliane Kerst eine Bilanz. "Wir werden jetzt die ganzen Anregungen sammeln und weiterentwickeln. Eines ist klar: Wir werden zwei Varianten vertiefen - eine mit dem Abriss und mit dem Bestands", so Kerst.