Disneyland in Wirsberg? Ein Traktorfahrverbot in der Nacht? Das Ergebnis der "Zukunftswerkstatt - mein Dorf hat Zukunft" stellte Jürgen Ziegler von der Kommunalen Jugendarbeit und dem Kreisjugendring Kulmbach am Donnerstagabend im Marktgemeinderat vor. Mit dabei waren auch die Jugendsprecher und Jugendleiter der örtlichen Vereine und der evangelischen Kirche. Die Zukunftswerkstatt hat im September 2016 stattgefunden und mehrere Themenkomplexe behandelt.

Beim ersten Thema "Reiß ab - bau auf" wurde die Frage gestellt, was an Gebäuden, Infrastruktur beziehungsweise räumlichen Angeboten verändert oder verbessert werden sollte. Die meisten Jugendlichen begeisterten sich für eine Rodelbahn und die Gründung einer Landjugend. Es waren aber auch Wünsche dabei wie etwa eine Eisdiele oder ein neuer Schuhladen. In einer anderen Ecke wurde nach den Freizeitangeboten und -möglichkeiten gefragt. Der Schwerpunkt richtete sich dabei nicht primär auf Gebäude, sondern auf Vereinsangebote und sonstige Veranstaltungen. Zusätzlich wurde durch einen Stundenplan erfragt, was die Jugendlichen wann machen möchten. Da wurde unter anderem der Wunsch nach einer Tanzgruppe laut.

Die dritte Ecke beschäftigte sich mit den Themen Schule, Ausbildung und Beruf. Und die letzte Ecke stand unter dem Motto "Wenn ich König wäre ...". In diesem Themenbereich konnten alle Wünsche, Vorstellungen und Anregungen formuliert werden, die thematisch nicht in die anderen Bereiche passten. Das war dann auch der richtige Platz für "verrückte" Ideen, wie die Forderung nach einem Disneyland in Wirsberg, nach breiteren Gehwegen und nach einem Traktorverbot von 22 bis 8 Uhr.


Ziegler: Was daraus machen

Die Veranstaltung, die mit den Jugendlichen der Nachbargemeinde Neuenmarkt gemeinsam in der Dreifach-Sporthalle durchgeführt worden war, wertete Ziegler als großen Erfolg: "Sowohl die Vorbereitung als auch die Durchführung fanden in sehr erfolgreicher Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde Neuenmarkt und dem Markt Wirsberg, dem Kreisjugendring Kulmbach, dem Kinder- und Jugendkulturzentrum ,Alte Spinnerei‘ und der Landkreisjugendarbeit Kulmbach statt." Es liege nunmehr in der Hand der Verantwortlichen des Marktes Wirsberg, die erarbeiteten Ergebnisse zu beraten und - soweit es sinnvoll und möglich ist - diese auch umzusetzen.

Bürgermeister Hermann Anselstetter (SPD) signalisierte bei der einen oder anderen Anregung bereits die Unterstützung der Marktgemeinderates und der Marktgemeinde zu, wie etwa bei der Gründung einer Landjugend oder eines Open-Air-Kinos im Sommerbad: "Wir werden das eine oder andere auf den Weg bringen."

Die Wirsberger Jugendlichen und jungen Erwachsenen hätten mit viel Engagement und Heimatverbundenheit gute Ideen formuliert, sagte Bürgermeister Hermann Anselstetter und dankte dafür, dass die sehr erfolgreiche "Zukunftswerkstatt" der Kommunalen Jugendarbeit für Wirsberg gewonnen werden konnte: "Ich muss sagen, dass diese Projektschmiede nicht nur sehr interessant war, sondern dass sie auch von Erfolg gekrönt war. Das haben wir Herrn Ziegler und seinem Team zu verdanken." Hermann Anselstetter machte den Mitarbeitern der Kommunalen Jugendarbeit und des Kreisjugendringes ein dickes Kompliment: "Ihr habt mit einer wirklich ehrenamtlichen Professionalität diese Veranstaltung auf die Beine gestellt. Darauf könnt ihr echt stolz sein, denn es war eine überaus ehrenamtlich professionell organisierte Jugendveranstaltung für zwei Gemeinden."


Bald sollen Taten folgen

Die Ideen der "Zukunftswerkstatt" sollen nach der Vorstellung von Anselstetter möglichst bald mit Vertretern der Jugendlichen und der Marktgemeinde diskutiert und zu einem Ergebnis geführt werden.