"Ungefähr 1000 Meter von der Autobahnausfahrt Marktschorgast (A9) am Ortseingang von Marktschorgast gelegen, befindet sich der Jugendzeltplatz von Marktschorgast. Angeschlossen an das Felsennaturbad Goldbergsee bietet dieser eine einmalig idyllische Lage. Mehrere großzügige Ebenen bieten viel Platz für Spiel und Spaß an Land und im Wasser. Und für den Abend lädt eine geschützt liegende Feuerstelle zu gemütlicheren Stunden ein." So wirbt die Gemeinde Marktschorgast auf ihrer Homepage für ihren Jugendzeltplatz.

Seit 25 Jahren immer wieder da

Ein Angebot, das Ralf Stellwag mit Familie und 40 weiteren Personen seit über 25 Jahren gerne mehrmals im Jahr genutzt haben, wie sie in einem offenen Brief an die Gemeinde und die Bayerische Rundschau schreiben. "Wir bedanken uns ausdrücklich für die vielen schönen Stunden am ,Goldberch' und dürfen dabei unseren ,Fips' (der frühere Bademeister Philipp Rupprecht) nicht unerwähnt lassen", heißt es.

Nun bleibe ihnen aber seit einiger Zeit dieser Genuss verwehrt. "Wir sind allesamt etwas in die Jahre gekommen und können nicht mehr im Zelt schlafen. Mit dem Wohnmobil oder Wohnwagen dürfen wir aber angeblich aus Gründen der Förderung von Jugendzeltplätzen leider nicht mehr übernachten", bedauern sie. Leider seien sie deswegen gezwungen, auf andere, etwas flexiblere Plätze auszuweichen.

Ältere Camper ausgegrenzt?

Ralf Stellwag fragt nun, warum Wohnmobile nicht am Goldbergsee erlaubt sind? Und schlussendlich: "Wollen Sie uns ältere Camper etwa ausgrenzen?"

Dass das nicht der Fall ist, erklärt Bürgermeister Hans Tischhöfer (FW). Vielmehr sei es so, dass der Gemeinderat erst 2012 entschieden habe, lediglich Zelte zuzulassen. "Es sind weder Stellplätze für Wohnmobile oder Wohnwagen ausgewiesen, noch gibt es dafür eine Gebührenordnung."

In der Zeltplatzordnung heißt es: "Der Zeltplatz darf mit Fahrzeugen nur befahren werden zum Be- und Entladen ... Die Fahrzeuge selbst sind auf dem Parkplatz Goldbergsee zu parken. In Ausnahmefällen kann der Platzwart das Abstellen von Fahrzeugen im Zeltplatzbereich gestatten."

Rat kann Regelung ändern

Der Bürgermeister schließt aber nicht aus, dass diese Regelung eines Tages geändert wird. "Darüber muss der Gemeinderat aber grundsätzlich befinden." Schließlich handele es sich um einen Jugendzeltplatz, nicht um einen "normalen" Campingplatz. Und bislang sei die Zahl der Anfragen nach Wohnmobil- und Wohnwagen-Plätzen nie sonderlich hoch gewesen.

Zielgruppe sind nach Tischhöfers Worten Jugendgruppen ("Wir hatten hier sogar schon Pfadfinder aus Hamburg"), nicht Wohnmobil-Camper. Die könnten die Stellplätze bei der Firma Frankia nutzen, die nur etwa 300 Meter vom Goldbergsee entfernt liegen.

Der Charme des Goldbergsees

Für Stellwag ist das aber keine Alternative. "Dort ist es zwar nicht schlecht, aber es hat halt nicht den Charme des Goldbergsees." Die Entscheidung, dass das Campen mit dem Wohnmobil am See nicht möglich ist, akzeptiert er - wenn auch schweren Herzens. "Ich bin nicht böse, wenn es nicht geht, eher traurig."