Luca Beetz, Max Tempel und Alina Kremer laufen im Gänsemarsch um die Traischelkapelle herum. Die 13- und 14-Jährigen schleppen Pflastersteine und reichen sie Gustav Tempel und Matthias Weigel. Mit vereinten Kräften pflastern die beiden den Platz rund um das kleine Gotteshaus. Es gibt viel zu tun. Denn rund um die Kapelle soll ein etwa 30 Quadratmeter großer Platz entstehen: schön eben und großzügig. Eben so, dass vor der Kapelle auch einmal eine größere Schar Gläubiger eine Andacht oder Messe feiern kann.

Und während die einen noch pflastern, fahren Markus Tempel, Roland Ziegler und Edwin Beetz sowie andere Helfer mehr Baumaterialien mit der Schubkarre herbei. Alles funktioniert wie am Schnürchen. Jeder weiß, wo er anpacken muss. "Na klar können Mädchen auch mithelfen", sagt die 14-jährige Alina Kremer selbstbewusst und holt schon wieder neue Steine.

Doch die Pflasterarbeiten sind nur ein kleiner Teil des Einsatzes. Die Firmlinge haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Traischelkapelle von Grund auf zu sanieren. Schon vor Jahren hatten sie die Idee, etwas für das Wartenfelser Wahrzeichen zu tun. Deshalb verkauften sie selbstgebrannte Mandeln auf dem Wartenfelser Weihnachtsmarkt. 350 Euro haben sie so zusammen bekommen. Weiteres Geld stammt von Vereinen und aus privaten Spenden. Natürlich hat auch der Markt Presseck Baumaterial spendiert. Weitere Unterstützung ist willkommen.

Neues Fundament und Drainage

"Die Traischelkapelle musste dringend saniert werden. Wir haben das ganze Fundament neu ausheben müssen", erklärt Gustav Tempel. Dann wurde eine Drainage verlegt, damit die Kapelle in Zukunft trocken liegt. Durch die groß angelegten Aushubarbeiten ist ein Platz entstanden, der nun gepflastert und angelegt wird. Gabionen begrenzen den schmucken Vorplatz um die Kapelle. "Die sollen dann noch mit Holzsitzflächen versehene werden, so dass sie auch als Bänke genutzt werden können", erläutert Tempel das Konzept.

Kreuzweg lag in Kartons

Insgesamt zehn Freiwillige sind derzeit mit der Sanierung der Traischelkapelle betraut. Auch im Inneren gibt es eine Verjüngungskur. In Kartons auf dem Dachboden haben die Retter den früheren Kreuzweg entdeckt. "Der wird wieder aufgehängt. Wir haben die Bilder neu gerahmt", sagt Gustav Tempel.

Die Traischelkapelle ist 1930 von Johann und Babette Pfister erbaut worden. Den Grund dafür kennt heute niemand mehr. Die Familie ist in die USA ausgewandert, weiß Gustav Tempel.

Dennoch ist es für die Wartenfelser eine Ehrensache, die kleine Kapelle oben auf dem Berg in Ehren zu halten. Bislang wird sie nur ein Mal im Jahr für eine Messfeier genutzt - zum Markustag. Doch sie dient auch Wanderern und Erholungssuchenden als Ort der Einkehr.

Für die Zukunft haben die Wartenfelser noch eine Vision: Neben der kleinen Kapelle soll ein Roter Ahorn wachsen. "Wir haben schon eine Idee, wer den spenden könnte", so Gustav Tempel und hofft, dass sein Wunsch in Erfüllung geht.