Auf bis zu 700 Wanderfreunde hatte Robert Strobel, der Vorsitzende des Frankenwaldvereins bei der traditionellen Sternwanderung an Christi Himmelfahrt gehofft. Doch dann herrschte schon am Morgen Regenwetter, das keinem Wanderfreund Freude machen konnte.
Doch davon ließen sich die Mitglieder der Ortsvereine nicht abhalten. Sie pilgerten trotzdem nach Kulmbach zum großen Sternwandertreffen. Viele reisten zwar per Auto an, doch die letzten Meter durch den Mönchshofgarten wurden traditionell mit Wanderjacken, Schirm und natürlich mit den Wimpeln des Ortsvereins zurückgelegt. "Wandern ist in. Mehr als die Hälfte der Deutschen, also mehr als vierzig Millionen Menschen begeben sich alljährlich einmal jährlich auf Wanderschaft. Der Wandertourismus in unseren deutschen Mittelgebirgen nimmt zu", freute sich Strobel.
Und Wandern ist nicht nur eine Freizeitbeschäftigung, sondern auch gesund. Deshalb gibt es seit einigen Jahren auch das Deutsche Wanderabzeichen - als Pendant zum Sportabzeichen. In diesem Jahr wird das "Aktionsjahr Deutsches Wanderabzeichen" gefeiert, so Strobel. Um solch ein Abzeichen zu bekommen, müssen Kindermindestens hundert Kilometer unterwegs sein und dies nachweisen, bei den 13- bis 17-Jährigen sind es 150 Kilometer, Erwachsene müssen eine Strecke von 200 Kilometern in dem Wanderpass nachweisen können.
"Wichtig ist die Erkenntnis, dass derjenige gesünder lebt, der regelmäßig wandert", warb Strobel für das Wandern und fügte noch hinzu, dass sogar Krankenversicherungen die Inhaber der Deutschen Wanderabzeichen belohnen. Außerdem gibt es im Frankenwaldverein neuerdings zwei Gesundheitswanderführer: Norbert Grundhöfer und Carola Schmidt.
"Aber der schönste Weg braucht a gscheits Wirtshaus", rief Inge Aures, die Vizepräsidentin des Bayerischen Landtags, den Gästen zu.. "Ohne die, die die Wege ehrenamtlich markieren, könnten wir das alles nicht so erhalten", betonte Landrat Klaus Peter Söllner. Oberbürgermeister Henry Schramm konnte dem Regenwetter sogar noch einen positiven Aspekt abgewinnen. "Wenn's ein bisschen regnet, läuft sich's leichter als wenn es zu heiß ist", so Schramm. Und dass den Verantwortlichen der Stadt Kulmbach das Wandern am Herzen liegt, bewies der OB durch ein Geschenk der besonderen Art. Er hatte die druckfrische Broschüre "Wanderbares Kulmbach" mitgebracht. Die enthält 16 Touren zwischen vier und 25 Kilometern zum Genießen.
Beim Sternwandertreffen hielt Pfarrerin Kathrin Klinger eine Andacht - natürlich mit viel Bezug zum Wandern. Der Posaunenchor Burghaig unter der Leitung von Lydia Herold untermalte die Zusammenkunft der mehr als vierzig Ortsgruppen musikalisch.