Die Freie Waldorfschule Wernstein baut: Auf dem Gelände "Am Eisweiher" in Veitlahm entsteht ein Grundschulgebäude für die Jahrgangsstufen 1 bis 4. Kosten: 1,2 Millionen Euro - inklusive Möbel. Bis zu 100 Jungen und Mädchen sollen ab dem kommenden Schuljahr dort unterrichtet werden. Am 17. April ist Grundsteinlegung.

Den Hintergrund für das Bauprojekt erklärt Joachim Gutschmidt vom Vorstand der Schule: So ist ein Vollausbau der Wernsteiner Einrichtung zum Gymnasium mit den Klassen 1 bis 13 geplant. Im bisherigen Gebäude ist dann zu wenig Platz, um die zusätzlichen Jungen und Mädchen unterzubringen.

Bislang nur Klassen 1 bis 10

Bislang wurden in Veitlahm nur die Klassen 1 bis 10 unterrichtet. "Für die größeren Anfangsklassen 1 bis 4 brauchen wir jetzt den Neubau", so Gut schmidt, der beruflich als Architekt arbeitet und der sein Wissen seit einem guten halben Jahr als Vorstandsmitglied der Waldorfschule in die Bauangelegenheit mit einbringt.

In dem Neubau werden neben den vier Klassenräumen verschiedene Fachräume und die Verwaltung untergebracht. Bauherr ist Waldorfschulverein Wernstein, bezuschusst werden die förderfähigen Kosten von der Regierung von Oberfranken mit 80 Prozent. Der Waldorfschulverein muss rund 300 000 Euro aufbringen. Die Finanzierung erfolgt im Wesentlichen über Spenden und zu einem Teil auch über einen Kredit.

Waldorf-Zentrum "Am Eisweiher"

Auf dem Gelände "Am Eisweiher" in Veitlahm ist im Laufe der Jahre ein richtiges Waldorf-Zentrum entstanden. So hat sich dort neben der Schule auch ein Kindergarten samt Krippe angesiedelt. Für eine weitere Expansion mit einem Oberstufenbau - was allerdings noch Zukunftsmusik ist - sind jedenfalls noch genug Flächen vorhanden. "Wir haben wirklich Glück, dass wir relativ viel Platz haben. In einer Stadt sitzt alles viel näher beieinander."
Platz ist nötig, denn nach den Worten von Gutschmidt gibt es neben Werkstätten auch eine Gärtnerei. "Wir haben Unterricht in landwirtschaftlichen Belangen und einen ausgeprägten Werkunterricht. Der kreative Bereich wird bei uns besonders betont", erklärt er.

Ökologische Bauweise

Neben der ökologischen Bauweise - bis auf die Bodenplatte handelt es sich um einen reinen Holzbau - sei großer Wert auf die Waldorf-Architektur gelegt worden. Damit Erfahrung hat bereits das zuständige Architekturbüro Bauwerk des Ehepaars Pastner aus Bayreuth. Bei Irmgard und Klaus Pastner handelt es sich nicht nur um Waldorfeltern, sondern die beiden Architekten sind bereits für den Krippenneubau verantwortlich und haben die Bauausführung des Waldorfkindergartens von einem anderen Büro übernommen.

Bodenplatte schon fertig

Die Bodenplatte ist schon fertig, ab Mitte April soll mit der Holzständerkonstruktion begonnen werden. Vorgesehen sind Pultdächer über den Klassenzimmern und ein abgesetzter begrünter Flachdachbereich über den Nebenräumen und der Verwaltung. Das Besondere an dem begrünten Flachdachbereich ist die Wellenform, die dem Betrachter das Gefühl von Bewegung vermitteln soll.

Alle Klassenräume besitzen einen direkten Ausgang ins Freie, die Flure haben Oberlichter und bilden kleine Nischen aus, die den Kindern Geborgenheit vermitteln sollen. Der Eingang erhält einen überdachten Vorbereich, der vor dem Wetter Schutz bietet.