Die Suche nach einem Nachfolger für Kommandant Martin Pöhlmann bei der Mainleuser Feuerwehr verläuft alles andere als reibungslos: Nachdem die langjährige Führungskraft aus persönlichen Gründen auf eine erneute Kandidatur verzichtet hatte, kam es bei der Wahl zur Neubesetzung des Postens in der vergangenen Woche zu einer Kampfabstimmung und einem unerwarteten Rückzieher.

Der Reihe nach: Zwei Kandidaten traten gegeneinander an. Auf der einen Seite stellte sich Kreisbrandmeister Michael Ködel, langjähriger stellvertretender Kommandant, dem Votum der Aktiven. Auf der anderen stand Gruppenführer Christoph Zimmermann, der Sohn von Vorsitzendem Thomas Zimmermann.


Wahlergebnis: 23 zu 22

Wie zu erfahren war, wurden in der nicht öffentlichen Wahl 46 Stimmen abgegeben. 23 entfielen auf Ködel, 22 auf Zimmermann, eine war ungültig. Also ein knapper Erfolg für Ködel. Zunächst nahm dieser die Wahl auch an. Doch dann entschied er sich anders - und lehnte einen Tag später den Posten wieder ab.

Der noch bis 11. Januar 2016 amtierende Kommandant Martin Pöhlmann macht keinen Hehl daraus, dass Ködel sein Wunsch-Nachfolger gewesen wäre. "Er war zwölf Jahre mein Stellvertreter und kennt den Job. Wir haben die ganze Zeit gut zusammengearbeitet."

Es sei keine Überraschung gewesen, dass sich mehrere Kandidaten um das Amt bewerben würden, erklärt Pöhlmann weiter. Deshalb wundere er sich über die Entscheidung von Ködel, sich erst zur Wahl zu stellen, dann das Amt aber doch nicht anzutreten.

Pöhlmann selbst zieht sich aus privaten Gründen aus der Führungsverantwortung zurück. Diesen Entschluss habe er schon vor zwei Jahren intern bekannt gegeben, vor einem Jahr ganz offiziell, sagt der 55-Jährige, der auch einmal Vorsitzender der Wehr war. "Mir wird es inzwischen einfach zu viel", begründet er seine Entscheidung. Auch die Bürokratie werde stetig mehr, klagt der Feuerwehrmann.

Die Führungskräfte der Wehr, Kreisbrandrat Stefan Härtlein und Kreisbrandinspektor Friedrich Weinlein, akzeptieren die Entscheidung Ködels.

Härtlein zufolge habe ihn Ködel in einem vertraulichen Gespräch über seine Beweggründe informiert. Das Verhalten von Ködel sei in einer Demokratie legitim, sagt Härtlein.

Dass Ködel zeitgleich Kommandant und Kreisbrandmeister gewesen wäre, wäre seitens der Führungskräfte kein Hinderungsgrund gewesen, betonen Härtlein und Weinlein übereinstimmend. Beispiele dafür gebe es im Landkreis einige. Natürlich sei die Personalunion keine einfache Sache und eine hohe Belastung für den Inhaber der beiden Ämter. Erst ab dem Posten des Kreisbrandinspektors sei das per Gesetz nicht mehr möglich, ergänzt Weinlein.

Oberster Dienstherr der Feuerwehren in der Gemeinde ist Bürgermeister Dieter Adam (FW). Er hat jetzt erst eine E-Mail mit der Information bekommen, dass Ködel zurücktritt. Eine Begründung habe es nicht gegeben. "Das muss ich so akzeptieren. Das ist seine persönliche Entscheidung."

Das Ziel des Bürgermeisters ist es nun, möglichst schnell einen neuen Wahltermin anzusetzen - möglichst noch vor Weihnachten. "Damit Ruhe einkehrt."

Mittlerweile sind die Ladungen für die nächste Gemeinderatssitzung versandt worden - noch mit dem Tagesordnungspunkt "Bestätigung des Kommandanten der Feuerwehr Mainleus". Nachdem Ködel zurückgetreten ist, wird er nicht bestätigt und der Punkt wieder auf der Tagesordnung des Gemeinderats Anfang 2016 stehen.
Und was sagen die eigentlichen Protagonisten der Kommandanten-Wahl, Michael Ködel und Christoph Zimmermann? Die halten sich beide bedeckt.

Der bei der Wahl unterlegene Zimmermann will sich zu den Vorgängen nicht weiter äußern. Das sei Vereinssache, erklärte er. Ob er sich bei der Wiederholung der Wahl erneut dem Votum der Aktiven stellen werde, werde intern geklärt. Im persönlichen Miteinander habe er keine Probleme mit Michael Ködel, betont Zimmermann.

Ähnlich klingt es bei Ködel: "Ich möchte mich dazu nicht äußern, das ist eine interne Sache und soll im Kreis der Feuerwehr Mainleus bleiben."