Lieselotte Bieley, die im Pressecker Ortsteil Elbersreuth ein Immobilienbüro führt, hat im Internetportal immobilienscout24.de ein ganz besonderes Inserat geschaltet: "G'schichten-erzählendes Unikat in sagenhafter Alleinlage". Das Anwesen, so heißt es in der Beschreibung, "bietet die besten Voraussetzungen für Familien, Künstler, Selbstständige oder auch Wohngemeinschaften, die sich - umgeben von der wunderschönen Natur - selbst versorgen möchten und gleichzeitig eine Einnahmequelle über das originelle Museum schätzen".
Das Museum widmet sich dem Schalk Till Eulenspiegel, das imposante Anwesen mitten im Steinachtal ist der Waffenhammer, der 1863 erbaut wurde und unter Denkmalschutz steht.
Besitzer Gerhard Marek und Doris Richter wollten das Ensemble mit 300 Quadratmetern Nutzfläche und 41 000 Quadratmetern Grundstücksfläche aus Altersgründen schon einmal verkaufen. Das war 2012, doch damals hat es nicht geklappt. Jetzt startet das Ehepaar, das nicht nur sein gesamtes Vermögen, sondern auch viel Herzblut in das Anwesen gesteckt hat, einen zweiten Versuch.


Gesundheitliche Gründe

"Meine Frau packt das nicht mehr." Gerhard Marek führt gesundheitliche Gründe für die Verkaufsbemühungen an. "Sie hat zwei Operationen hinter sich und kann nicht mehr arbeiten. Das Objekt ist einfach zu groß, es gibt zu viel zu tun."
Vor 14 Jahren hatte sich das Ehepaar mit dem Erwerb des Waffenhammers freilich einen Lebenstraum erfüllt. Das Anwesen wurde von Grund auf saniert, erhielt neue Fenster und ein neues Dach. 14 Zimmer gibt es, Herzstücke sind die im klassischen Stil gehaltene Küche und die gemütliche Wohnstube im Erdgeschoss. Der Waffenhammer beherbergt außerdem zwei Marmorbäder und einen großen Saal mit einer Bücherei, der für größere Veranstaltungen genutzt werden kann.


Über hundert Figuren

Nicht zu vergessen: das Till-Eulenspiegel-Museum. Gerhard Marek, der früher als Lehrer tätig gewesen ist, hat über hundert Figuren zusammengetragen, die meist aus Vollguss-Bronze gefertigt sind. Der 74-Jährige hat einige der Figuren in Peru und auf den Philippinen gießen lassen, die meisten sind aus Indien.
Die Aufgabe, den Waffenhammer zu vermarkten, hat Marek der Elbersreuther Immobilienmaklerin Lieselotte Bieley übertragen. Sie hat bereits "hochwertige Interessenten", wie sie der Bayerischen Rundschau auf Anfrage versicherte.


Nichts für Münchner Yuppies

An potenzielle Käufer stellt Bieley, die in Verhandlungen mit einer Professorin und einem Heilpraktiker-Ehepaar steht, aber hohe Anforderungen: "Wir brauchen jemand, der das Eulenspiegel-Museum für die Region erhält. Das ist absolute Bedingung. Der Waffenhammer ist nichts für Yuppies aus München, die meinen, sie müssten eben mal aussteigen."
Zum Kaufpreis erklärte Lieselotte Bieley, dass dieser als Verhandlungsbasis anzusehen ist. Es sei sicher Spielraum vorhanden, aber: "Die einzigartige Lage hat ihren Preis. Allein die Skulpturen sind 150 000 bis 160 000 Euro wert."