"Heute spiele ich ja mehr aus Spaß an der Freud, aber ich bin immer noch regelmäßig mit unserem Doppel auf dem Platz. Davor nahm ich mehr als 35 Jahre an den Medenspielen teil", so der Geschäftsführer des Klinikums, Herbert Schmidt (66). Sobald er einen Tennisschläger in den Händen hält, zuckt es in ihm. Er jongliert Bälle und schlägt sie hoch in die Luft.
Sein Kompagnon Wolfgang Hoffmann (64) spielt ihm einen der leuchtend gelben Bälle zu. Auch er ist seit einem halben Jahrhundert beim TC Rot-Weiß. "Ich war ja schon früher hier - als Balljunge. Da haben wir dann anfangs in der Stunde 20 Pfennig bekommen, dafür sind wir dann Eis essen gegangen", erzählt er. Hoffmann ist bis heute Trainer und Hallenwart und vor allem ein passionierter Tennis-Freak, dem so leicht keiner was vormacht. "Was Tennis so reizvoll macht, kann man nicht erklären, aber da ist so viel dabei - man muss laufen, man kann strategisch spielen, man muss abdecken und man kann reagieren, wenn man sieht, dass der Gegner auf dem falschen Fuß steht", schwärmt Hoffmann.
Der Vorsitzende des Tennisclubs Rot-Weiß, Hans-Dieter Ernst (65), ist "erst" seit vierzig Jahren Mitglied. Er hat vor allem eines im Sinn: den Verein zu retten. "Ich bin jetzt seit drei Jahren Vorsitzender und finde es faszinierend, dass wir hier in Kulmbach einen Verein haben, der schon drei Jahre vor dem Deutschen Tennisbund gegründet worden ist: im Jahr 1899", erklärt Ernst.
"Als alter Kulmbacher ist es für mich eine Ehre, dass ich helfen kann, den Verein zu retten", sagt Hans-Dieter Ernst. Das ist nicht einfach, denn der TTC Rot-Weiß hat sich mit der Erweiterung zu Boom-Zeiten hoch verschuldet. Eine Last, die noch immer drückt. "Aber wir haben im vergangenen Jahr Großes geschafft. Wir haben die Plätze 7, 8 und 9, die verwildert waren, für die Jugend hergerichtet", zieht Ernst Bilanz. Zudem steigen die Mitgliederzahlen langsam, aber stetig an. So sind inzwischen 43 Kinder und Jugendliche (im Vorjahr 28) beim Verein, die Zahl der Erwachsenen ist von 157 auf 168 angestiegen.
"Wir machen weiter. Ich bin zuversichtlich, dass wir in diesem Jahr mit der Kulmbacher Bank einen modus vivendi finden, wie wir weiter leben können. Das wird alles wieder", verbreitete Ernst positive Stimmung.
Ein echter Glücksfall sei Trainer Matthias Höhn. Denn er ziehe die Kinder und Jugendlichen wie ein Magnet in seinen Bann. "Er ist eine Stütze des Vereins", so Ernst.
Auch in punkto Technik habe der TC Rot-Weiß etliches auf den Weg gebracht. Das Dach sei instandgesetzt - auf Gewährleistung. Man profitiere vom Verein Fairy, der Arbeitsstunden vermittelt. Und auch gastronomisch sei man auf einem guten Weg, so Alexander Philipp. "Wir wollen in Zukunft Ökostrom beziehen - das macht zehn Euro im Monat mehr aus, aber ich denke, das ist vertretbar", so Philipp.
Sportlich habe der Verein vor allem mit der Herren-50-Mannschaft Erfolge verbuchen können. Die spielt inzwischen in der zweithöchsten oberfränkischen Leistungsklasse, wie Sportwart Manfred Heinbuch bei der Jahreshauptversammlung erklärte. In der neuen Saison sollen sogar zwei Herren-50-Teams an den Start gehen. "Mein Wunsch wäre eine 60-Mannschaft", so Heinbuch.
Bei den Kinder- und Jugendlichen waren laut Jugendwartin Monika Ernst sieben Mannschaften gemeldet, zwei mehr als im Vorjahr. Sie kündigte eine Senkung der Mitgliedsbeiträge bereits ab diesem Jahr an. In Zukunft zahlen Kinder, Jugendliche, Schüler, Studenten und Azubis 40 Euro (bisher 75 Euro). Der Familienbeitrag wird von 300 auf 280 Euro reduziert.
Geehrte wurde auch Helga Schaper für 25 Jahre Treue. "Ich habe ja immer im gemischten Doppel gespielt, aber die Männer haben schlapp gemacht", sagte die 72-Jährige. Außerdem zeichnete Hans-Dieter Ernst den Kassierer Josef Köhler aus.
Zu Ehrenmitgliedern ernannt wurden Horst Beyer, Wolfgang Hoffmann, Horst Kühne und Herbert Schmidt.