Sie kommt aus dem Gottesgarten direkt ins Paradies, hieß Landrat Klaus Peter Söllner die neue Leiterin des Caspar-Vischer-Gymnasiums, Ulrike Endre, gestern willkommen. Die neue Schulleiterin ist 54 Jahre alt und kommt aus Lichtenfels: Ulrike Endres. Sie hat in Lichtenfels das Meranier-Gymnasium besucht, kehrte dann nach ihrer Ausbildung als Lehrerin dorthin zurück und hat in ihrem Heimatgymnasium neun Jahre lang Erfahrungen in der Mitarbeit im Direktorat gesammelt.

Dann wurde ihr eine Stelle als Schulbuchgutachterin im Kultusministerium angeboten. Doch Ulrike Endres lehnte ab, wollte lieber "an der Front bleiben", verriet der Ministerialbeauftragte für Gymnasien, Edmund Neubauer aus dem Leben "der Neuen".


Teamgeist und Tatkraft

Jetzt macht Ulrike Endres als Oberstudiendirektorin in Kulmbach Karriere. Hervorgetan hat sie sich bereits auf vielen Fachgebieten. Sie hat sich als Koordinatorin im Bereich Werteerziehung verdient gemacht, hat sich für das Schultheater engagiert und ist durch Teamgeist, Flexibilität, Realitätssinn und Innovationsbereitschaft, aber auch durch Entscheidungsfreude und Tatkraft aufgefallen.

Landrat Klaus Peter Söllner freute sich, dass das Caspar-Vischer-Gymnasium eine Lehrerin bekommen hat, die mehr tut als nur ihre Pflicht. "Sie sind schon in der Schule angekommen - das empfinden zumindest die Schüler so", charakterisierte Oberbürgermeister Henry Schramm die neue Schulleiterin. Und der Kulmbacher Oberbürgermeister konnte auf Insider-Infos bauen, schließlich hat er selbst Kinder, die das Caspar-Vischer-Gymnasium besuchen. Aus gut informierten Quellen wusste Schramm dann auch, dass die neue Schulleiterin eine geheime Leidenschaft hat: Rosen. Und so gab es einen schönen Rosenstock als Geschenk.

Auch die Schüler überraschten Ulrike Endres mit einer roten Rose. Denn auch sie kannten schon die geheime Leidenschaft. Schülersprecherin Seyda Akkirec freute sich besonders darüber, dass die neue Schulleiterin die Schülermitverwaltung respektiert und zu schätzen weiß.

Schon in den ersten Wochen hat Ulrike Endres so manche Krise und Turbulenz gemeistert, und zwar so, dass es niemand auf dem Schiff CVG gemerkt habe, so die Personalratsvorsitzende Anke Emminger über die nette Art der neuen Schulleiterin. "Was uns alle beeindruckt hat, ist die ungeheuere Präsenz. Sie kommt als Erste und geht als Letzte", ist bereits zu einem geflügelten Wort am CVG geworden.

Der scheidende Elternbeiratsvorsitzende Arnd Sesselmann freute sich, dass mit Ulrike Endres eine Schulleiterin die Führung am Caspar-Vischer-Gymnasium übernimmt, die viel Wert auf Persönlichkeitsbildung legt. Denn die Schule ist längst zu einem Lebensraum geworden. "Wir haben keine Angst vor Veränderungen und freuen uns auf ihre Visionen", reichte auch die neue Elternbeiratsvorsitzende Nicole Putschky der neuen Schulleiterin die Hand.


Ihr Motto und ihre Wünsche

"Alle haben mir den Einstieg hier am Caspar-Vischer-Gymnasium leicht gemacht", erklärte Ulrike Endres. Ihr Motto wird es sein, gemeinsam nach vorne zu kommen - mit den Schülern, mit den Eltern, mit den Lehrern. "Wer nur Solist ist, ist im Theater fehl am Platz. Wir brauchen einander", gab Endres ihr Motto aus. "Die Gemeinschaft ist mir wichtig", sagte die neue Schulleiterin. Auch an die Ehrengäste hatte die neue Schulleiterin fromme Wünsche: Dem Ministerialbeauftragten gab sie mit auf den Weg: "Wir brauchen auch Zeit für uns", betonte Endres. Denn neben dem Alltag müsse auch Zeit für Reflexion bleiben. An die Lokal- und Kommunalpolitiker wandte sie sich mit dem Wunsch nach finanzieller Hilfe: "Vergesst die Schulen nicht. Wir brauchen eine Sanierung, wir brauchen ansprechende Außenbereiche", sagte Endres.

Die neue Schulleiterin des Caspar-Vischer-Gymnasiums möchte in Zukunft verstärkt mit dem Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasium zusammenarbeiten. Und noch eine Idee, die bei der offiziellen Feierstunde sofort auf Zustimmung stieß, hatte sie: Endres möchte einen Schulleiterstammtisch ins Leben rufen, wo Ideen, Visionen, Gedanken ausgetauscht werden können.