Was ist eigentlich hinter der grünen Tür, im dritten Stock des Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasiums? Die grüne Tür sieht aus wie eine ganz normale Klassenzimmer-Tür, doch es ist keine. Auch keine Abstellkammer, kein Vorbereitungszimmer. Und sie ist immer abgeschlossen. Kein Lehrer hat den Schlüssel.

Generationen Schüler haben sich immer gefragt, was sich wohl hinter der geheimnisvollen Tür im Hauptbau des Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasium verbergen könnte. Jetzt hat der Schulleiter des Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasiums Horst Pfadenhauer das Geheimnis gelüftet: eine steile Treppe.

Und diese Treppe führt in den traditionsreichen Dachboden der ehemaligen Oberrealschule. "Hier fühle ich mich wie Dumbledore, der Schulleiter aus Harry Potters Zauberschule", lacht Pfadenhauer. Und tatsächlich: Nach der steilen Treppe folgen wieder neue Treppen.


Leitern ins Nichts

Sie können sich zwar nicht selbständig drehen oder die Richtung ändern, doch tatsächlich erinnert alles an die Kulisse aus den Harry-Potter-Romanen. Es gibt Leitern, die ins Nichts führen. Es gibt Nebenzimmer, mit Gips ummantelte Leitungen sowie Rohre und Boiler, die längst außer Betrieb sind. Die kuriose Treppenführung rührt daher, dass das oberste Stockwerk des Hauptgebäudes nachträglich hinzugefügt worden ist.

Was es im Dachboden nicht gibt, ist eine Isolierung. "Hier ist alles noch so wie einst, als die Schule gebaut worden ist", sagt Pfadenhauer. Und das war vor 122 Jahren - als Nachfolge der 1393 gegründeten und im bundesständischen Krieg total zerstörten Lateinschule. Sogar die Schiefereindeckung des Hauptbaus stammt wohl noch aus dem vorvorletzten Jahrhundert. Lediglich die Dacheinblechung ist immer einmal wieder erneuert worden, wenn das Dach leckte.


Überbleibsel

"Der Dachboden ist schon vor vielen Jahren leergeräumt worden, wegen der Brandlast", sagt Hausmeister Bernhard Stenglein. Nur einige physikalische Instrumente liegen noch auf dem Boden. Und auch ein paar Überreste von Bewohnern: Losung von Mardern und von Fledermäusen.

In der Mitte des obersten Raums hängt ein rotes Gewicht. "Das ist das Gegengewicht zur Dachluke", hat sich der Schulleiter Horst Pfadenhauer kundig gemacht. Und tatsächlich: wenn man die Dachluke des Hauptbaus öffnet, dann senkt sich das über 25 Kilo schwere Gewicht.

"Hier kommt niemand rauf. Hier ist die Zeit stehengeblieben", sagt Pfadenhauer und öffnet ausnahmsweise die "verbotene Zone", die noch nicht einmal die Lehrer zu Gesicht bekommen - geschweige denn ein Schüler. Austauschschüler aus Spanien dürfen ausnahmsweise einen Blick über ihre "vorübergehende" Heimatstadt wagen - und entfachen eine wahres Blitzlichtgewitter. Denn es gibt kaum einen Ort in Kulmbach mit schönerer Aussicht auf die Stadt.

"Hier hat man einen herrlichen Überblick über die Schule", ist auch Pfadenhauer sichtlich begeistert. "Das besondere am MGF ist, dass wir eine Schule mit Tradition sind. Wir sind zwar schon 622 Jahre alt, dafür ist unser Hauptbau gerade erst 122. Aber wir haben auch den Spagat in die Moderne geschafft. Das ist ganz wichtig."


Die Bagger rollen bald an

In wenigen Wochen rücken schwere Baumaschinen an. Denn zwischen Hauptbau und Fachtraktbau wird der Anbau ans MGF mit Pausenhalle, Aufenthaltsräumen und Bibliothek errichtet.

"Wenn der Neubau steht, wird alles behindertengerecht ausgebaut sein und dem modernsten Standard entsprechen", erklärt der Schulleiter.

Wichtig ist ihm, dass nach dem Abschluss des Mittelbaus keine Pause in der Sanierung des Hauptbaus entsteht.
"Wenn man in den Dachboden geht, sieht man, dass enormer Bedarf an einer energetischen Sanierung des Gebäudes besteht. Wir müssen sofort weitermachen, da das Raumkonzept für die Sanierung des Hauptbaus eng mit dem Neubau verzahnt ist", so der Schulleiter.

Er hofft, dass er auch die Kreisräte und die Bauabteilung des Landratsamts für den sogenannten Bauabschnitt 3 am Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasium begeistern kann.

Zudem soll im Hauptbau ein Aufzug installiert werden - ein wichtiger Fortschritt auf dem Weg zu einer "Schule der kurzen Wege" und zu einer Schule, an der sich auch Menschen mit Behinderungen wohl fühlen können. "Herzstück unserer Schule ist und bleibt aber die historische Aula mit ihren drei riesigen, gebäudeprägenden Bogenfenstern. Mein Ziel ist es, diese wieder im alten Glanz erstrahlen zu lassen", verrät Schulleiter Pfadenhauer und hat eine Vision für das 625. Schuljubiläum, das in drei Jahren gefeiert werden soll: Vielleicht lässt sich der Hauptbau mit einer Lichtinstallation in Szene setzten, überlegt Pfadenhauer.












Treppen die ins Nichts führen - all das gibt es am Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasium




und plant schon in die -Zukunft. Jetzt kommt der Anbau zwischen Fachtrakt und Hauptbau, danach hofft Pfadenhauer auf eine energetische Sanierung des Hauptbaus