Straßenbaustellen gibt es derzeit viele. Gebaut wird auf Staats-, Kreis- und Ortsstraßen. Autofahrer müssen Umleitungen in Kauf nehmen oder dort, wo der Verkehr mit Ampeln geregelt wird, mitunter längere Wartezeiten.
Letztere sind Kreisrat Veit Pöhlmann (Freie Demokraten) ein Dorn im Auge. Die Wartezeiten würden mitunter "nerven". Vor allem dann, wenn die Autofahrer (zu Recht) den Eindruck haben, dass sie unnötig lang sind." Pöhlmann zufolge muss dafür Sorge getragen werden, "dass die Beeinträchtigungen so gering wie möglich ausfallen. Das ist eine Service-Leistung, die Bürger mit Recht verlangen können", stellt er in einem an Landrat Klaus Peter Söllner (Freie Wähler) gerichteten Schreiben fest.


Melkendorf als positives Beispiel

Ein positives Beispiel sei die Baustelle an der Mainbrücke bei Melkendorf, "wo mit der Anzeige der Restdauer der Rotphase und einem guten Management der Ampelschaltungen mit einfachen Mitteln sehr positive Wirkungen erzielt werden".


"Sofort-Maßnahmen"

Pöhlmann bittet den Landrat um "Sofort-Maßnahmen". Er fordert, dass bei verkehrsrechtlichen Anordnungen für Kreisstraßen "verpflichtend festgelegt wird, dass nur noch Baustellenampeln mit Anzeige der Restdauer der Rotphase eingesetzt werden dürfen". Die bauausführenden Firmen sollten verpflichtet werden, die Ampelphasen so einzustellen, dass "jederzeit der bestmögliche Verkehrsfluss mit den geringstmöglichen Wartezeiten gewährleistet ist". Er hat sich wohl sehr intensiv mit dem Thema befasst, denn seine Forderungen sind weitreichend. Bei Verschiebungen sei "das Ampelmanagement sofort anzupassen", sagt der Kreisrat, der Vorgaben macht, die auch die Ausbildung der Mitarbeiter betreffen. Diese seien so zu schulen, "dass an jeder Baustelle mit Ampelbedarf ein Mitarbeiter vor Ort ist, der von der Vermietfirma in die Bedienung dieser Zeitschaltung eingewiesen werden kann". Höhere Straßenbaubehörden sollten ebenfalls um entsprechende verbindliche Anordnungen gebeten werden.


Es kommt auf Ausschreibung an

Was Pöhlmann wünscht, lässt sich über eine rechtliche Anordnung aber gar nicht realisieren. Das sagt Manfred Amschler, der Leiter des Sachgebiets Verkehrswesen am Landratsamt ist. Der Auftraggeber einer Straßenbaumaßnahme müsste die informativen, aber auch kostspieligeren Lichtanlagen schon in der Ausschreibung einfordern, erläutert der Verkehrsexperte.

Und was sagt das Staatliche Bauamt Bayreuth, das die Lichtanlage bei Melkendorf hat einrichten lassen? Lichtsignalanlagen mit der Anzeige werden nur in Ausnahmefällen bei Baumaßnahmen wie bei Melkendorf verwendet, die einen längeren Zeitraum in Anspruch nehmen, und auf Straßenabschnitten mit einer hohen Verkehrsbelastung, so Baudirektor Siegfried Beck.


Handschaltung ist flexibler

Er weist darauf hin, dass bei Restzeit-Anzeigen nur ein fest hinterlegtes Zeitprogramm ablaufe. Eine verkehrsabhängige Steuerung wie variable Grünzeiten oder Handschaltungen seien nicht möglich. Bei Handschaltungen regeln Mitarbeiter, die an den beiden Ampeln am Beginn und Anfang einer Baustelle stehen, verkehrsabhängig die Rot- und Grünphase. Bei vielen Baustellen im Kreis hat sich das laut Manfred Amschler bewährt.