Vor allem die darstellenden Künstler fiebern seit Wochen diesem Tag entgegen und sind voller Anspannung, aber auch Vorfreude. Wie Alexandra Schuberth von den Offenen Hilfen der Himmelkroner Heime in ihrer Begrüßung betonte, steht der Kulturtag unter dem Motto "Leben gestalten, christlich, offen, modern".

Wichtig ist der Einrichtung vor allem, so Alexandra Schuberth, dass die Menschen mit Behinderung nicht immer vom Defizitären betrachtet werden, sondern dass es anerkannt werde, was sie im kulturellen und künstlerischen Sinn leisten können. Angefangen vom Malen einfacher Bilder bis hin zur Musikdarbietung und der darstellenden Kunst, dem Theaterspiel. "Dass unsere Bewohner einfach einmal das zeigen können, was sie können."
Der Kunst und Kultur wird bei den Diensten für Menschen mit Behinderung ein großer Stellenwert eingeräumt.

Kreatives Gestalten wie Malen und Töpfern gehört ebenso dazu wie das Einstudieren von Tänzen und die Präsentation von Theaterstücken und modernen Musicals sowie die Bildung einer eigenen Musikgruppe.


"Menschsein" als Theaterstück

Mit einem wilden Trommelwirbel wurde der Kunst- und Kulturtag von einer großen Trommelgruppe unter der Leitung von Beate Krautner eröffnet. Erstmals dabei war die Theatergruppe "Pink-Pong" von den Offenen Hilfen der Diakonie Hochfranken aus Hof mit dem Stück "Mensch sein". Die ausgebildete Theaterpädagogin Claudia Wagner stellte das Stück kurz vor: "Es dreht sich szenisch darum, wie schön und problematisch Menschsein ist.

Das Stück haben die Mitwirkenden selber zusammengestellt mit einer Collage aus gespielten Stücken und gelesenen Gedichten.

Die Behinderung der Inklusionsgruppe bildet in dem Stück auch ein Thema. Es war eine Mischung von beeinträchtigten und nicht-beeinträchtigten Menschen, wobei die Mehrheit der Darsteller eine Beeinträchtigung in unterschiedlichen Formen hat; der Altersdurchschnitt lag zwischen 17 und 60.
Die Behinderung an sich wurde aber in dem Stück "Mensch sein" nicht angesprochen. Claudia Wagner: "Das war für sie kein Thema. Für sie waren eher wichtig Zufriedenheit und Harmonie und sie stellten die Beziehungsgeflechte verschiedener Arten in den Mittelpunkt." Knapp sieben Montage hat die Theaterpädagogin mit der Gruppe das Stück einstudiert und am Anfang war die Gruppe noch etwas zurückhaltend, aber jetzt sind die Darsteller mit großer Begeisterung dabei.


Malen und Hip-Hop

Den Besuchern wurden wieder mehrere Workshops angeboten, wie das Malen von Bildern mit der Kulmbacher Künstlerin Jovanka Gack. Parallel dazu lief ein Theater-Workshop mit Wolfram Gittel von der Freien Bühne aus Bayreuth. Der dritte Workshop hatte "Street Dance" zum Thema mit einer Hip-Hop-Gruppe aus Kulmbach. Mit von der Partie auch die eigene Band mit dem sinnigen Namen "Halb so wild" unter der Leitung von Olga Hübner. Die Band hat sich in den vergangenen beiden Jahren in der Musikszene einen Namen gemacht.
Daneben wurde noch ein Rahmenprogramm mit einer Tombola, Spielen und Schminken für die Kinder, ein Flohmarkt mit günstiger Seconddand-Ware und ein "Dritte-Welt-Laden" geboten. Natürlich wurde auch für das leibliche Wohl der Besucher gesorgt. Glück hatten alle Beteiligten gestern mit dem sonnigen Herbstwetter.